Weihnachtslied "Oh du fröhliche" offenbar älter als bislang vermutet

Das Weihnachtslied "Oh du fröhliche" im evangelischen Gesangbuch.

Foto: epd-bild/Hanno Gutmann

Es gilt als das typische Weihnachtslied: Doch "Oh du fröhliche" war ursprünglich gar nicht für Heiligabend geschrieben worden.

Das beliebte deutsche Weihnachtslied "O du fröhliche" ist womöglich älter als bislang angenommen. Wie die in Weimar erscheinende evangelische Mitteldeutsche Kirchenzeitung "Glaube+Heimat" in ihrer aktuellen Ausgabe berichtet, stammt das Lied offenbar aus dem Jahr 1815. Bislang war man vom Jahr 1816 ausgegangen.

Die Zeitung beruft sich auf neue Erkenntnisse des Johannes-Falk-Vereins aus Weimar. Demnach wurde das Lied vom Pädagogen, Sozialreformer und Schriftsteller Johann Daniel Falk offenbar schon vor 1815 in Weimar komponiert.

Der Vorsitzende des Vereins, Paul Andreas Freyer, stützt sich demnach unter anderem auf Recherchen des Kirchenhistorikers und ehemaligen "Glaube+Heimat"-Chefredakteurs, Herbert von Hintzenstern. In dem Beitrag von 1995 heißt es: "Den Text zu dem bekannten Weihnachtslied schrieb Falk, als er sich in der Adventszeit 1815 überlegte, wie er mit den vielen Kriegswaisen, die er bei den Handwerkern durch die 'Gesellschaft der Freunde in der Not' seit 1813 ausbilden ließ, Weihnachten feiern könnte."

Bislang war man davon ausgegangen, dass das Lied 1816 von Falk getextet worden sei. So steht es auch im Kirchengesangbuch (Liednr. 44). In der ersten urkundlichen Erwähnung 1817 habe Falk geschrieben, dass seine Zöglinge 1816 unter anderem auch das Lied "O du fröhliche" auswendig gelernt haben. Nachdem es sich in der Urfassung um ein sogenanntes Allerdreifeiertagslied gehandelt hat (Weihnachten, Ostern, Pfingsten), sei davon auszugehen, dass das Lied die Schüler Falks bereits durch das Kirchenjahr 1816 begleitet hat und der Liedtext somit 1815 kurz vor Weihnachten entstanden ist, berichtet die Zeitung.