Militärbischof Rink: Syrien-Konferenz öffnet Chance für Neuanfang

Sigurd Rink (53), Militärbischof der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD).

Foto: epd-bild/Melanie Bauer

Sigurd Rink ist Militärbischof der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD).

Nach den Fortschritten bei der Syrien-Konferenz in Wien sieht der evangelische Militärbischof Sigurd Rink Chancen für einen Neuanfang in dem Bürgerkriegsland.

Vier Jahre nach Ausbruch des Bürgerkriegs gebe es eine Chance auf dem Weg der Deeskalation, eines Waffenstillstandes und des Friedens, sagte Rink am Dienstag in Berlin: "Eine Friedenslösung in Syrien ist ein wichtiges Signal für den wirkungsvollen Kampf gegen die Terrormiliz Islamischer Staat (IS)." Die Terroranschläge in Paris machten einen Neuanfang in Syrien nötiger denn je.

In Wien hatten sich die Außenminister von 17 Staaten am Wochenende auf einen Fahrplan für einen politischen Neuanfang in Syrien geeinigt. Danach sollen noch in diesem Jahr Mitglieder der syrischen Regierung unter Baschar al-Assad mit Vertretern der Opposition zusammenkommen. Zudem soll innerhalb von sechs Monaten eine Übergangsregierung gebildet werden und in 18 Monaten sind Wahlen angestrebt.

Rink hatte im Sommer die Einrichtung von Schutzzonen für bedrohte Gruppen wie Christen oder Kurden unter militärischem Schutzes durch ein UN-Mandat befürwortet. Die Bundeswehr sei geradezu verpflichtet, sich daran zu beteiligen. Angesichts schwerster Menschenrechtsverletzungen des "Islamischen Staats" stelle Wegschauen keine Option dar, sagte der Militärbischof. Allerdings dürften militärische Maßnahmen ihre friedens- und sicherheitspolitische Ausrichtung nicht verlieren.