Warum der Buß- und Bettag für Protestanten wichtig ist

Wenn früher der Buß- und Bettag im Kalender stand, hatten Kinder in ganz Deutschland schulfrei. Erwachsene mussten nicht zur Arbeit. Heute ist das nicht mehr so. Trotzdem ist vielen Menschen der Termin wichtig.

Der Buß- und Bettag wird in diesem Jahr am 18. November gefeiert. Da dies ein Mittwoch ist, werden Kinder in die Schule gehen. Nur in Sachsen ist ein Feiertag. Vor 1995 hatten alle Kinder an dem Tag frei. Auch Erwachsene mussten nicht zur Arbeit. Damals aber wurde entschieden, dass der Feiertag abgeschafft wird. So kommt bis heute Geld rein, das zur Pflege von Kranken und alten Menschen verwendet werden kann.

Am Buß- und Bettag finden abends in vielen Orten Gottesdienste statt. Protestanten - also Christen, die zur evangelischen Kirche gehören - werden dann in die Kirche gehen. Sie nutzen den Buß- und Bettag, um nachzudenken. Sie überlegen, ob sie alles richtig gemacht haben. Sie fragen sich: Bin ich jemandem etwas schuldig geblieben? Lebe ich so, wie Gott es gefällt? Was passiert, wenn sie merken, dass etwas nicht in Ordnung ist? Sie sprechen es aus. Sie sagen es Gott. Sie bitten, dass er es vergibt. Sie glauben: Gott kann meine Fehler verzeihen. Auch die großen. Sie müssen mich nicht mehr bedrücken. Ich kann fröhlich meinen Weg gehen.

An dem Tag wird auch über Themen nachgedacht, die alle in Deutschland angehen. Läuft in unserer Gesellschaft alles richtig? Gibt es Dinge, die wir überdenken müssen? Es wird zum Beispiel angesprochen, dass einige Menschen etwas gegen Flüchtlinge haben. Sie hetzen gegen sie, anstatt zu helfen. Auch um die Zerstörung der Umwelt oder um Arme und Obdachlose geht es am Buß- und Bettag.

Eingeführt wurde der Buß- und Bettag 1532 in Straßburg. Katholische Christen feiern den Tag nicht. Die evangelische Kirche findet es bis heute nicht richtig, dass die Menschen an dem Tag nicht mehr frei haben und der Feiertag gestrichen wurde.