Unaids: 1,3 Millionen HIV-infizierte Kinder ohne nötige Medikamente

Unaids: 1,3 Millionen HIV-infizierte Kinder ohne nötige Medikamente
Fast 1,3 Millionen HIV-infizierte Kinder sind von notwendigen lebensverlängernden Medikamenten abgeschnitten. Die Weltgemeinschaft lasse die Mädchen und Jungen im Stich, kritisierte der Exekutivdirektor des UN-Programms Unaids, Michel Sidibé, am Mittwoch in Genf bei der Bekanntgabe der jüngsten Zahlen.

Vor allem in armen Ländern fehlt den jungen Patienten der Zugang zu der helfenden Therapie. Nur knapp 650.000 Kinder bis 14 Jahre hätten 2012 die Medikamente erhalten, erklärte der Unaids-Chef. Damit werde nur ein Drittel der bedürftigen HIV-positiven Kinder entsprechend behandelt. Im Gegensatz hätten jedoch zwei Drittel der bedürftigen HIV-positiven Erwachsenen Zugang zu einer Therapie.

Bei einer solchen Behandlung müssen HIV-Infizierte ein Leben lang täglich antiretrovirale Medikamente einnehmen, die die Ausbreitung der Viren im Körper hemmen. Ein Infizierter ist darauf angewiesen, wenn die tödliche Immunschwäche ein gewisses Stadium überschritten hat. Sonst treten ernste Krankheitssymptome auf.

Zu wenige Kinder bekämen die Chance, einem frühen Aids-Tod zu entgehen, beklagte Sidibé. Vor allem mangelnde Diagnosemöglichkeiten in armen Ländern sei ein Grund für die hohe Zahl von Heranwachsenden ohne Behandlung. Zudem sei die lebensverlängernde Medizin, die sogenannte antiretrovirale Therapie, für viele noch unerschwinglich. Die Preise für die Behandlung seien zwar in Entwicklungsländern in den vergangenen Jahren gesunken, man müsse aber immer noch 140 US-Dollar pro Jahr für eine Therapie bezahlen, rechnete Sidibé vor.

Weltweit infizierten sich 2012 rund 260.000 Kinder unter 15 Jahren neu mit dem HI-Virus, etwa 210.000 Mädchen und Jungen starben im vergangenen Jahr im Zusammenhang mit Aids. Insgesamt lebten 2012 mehr als 35 Millionen Menschen mit dem Aids-Erreger. Insgesamt steckten sich etwa 2,3 Millionen Erwachsene und Kinder 2012 dem HI-Virus, 1,6 Millionen Menschen kostete die Infektion das Leben.

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