Studie zu sexualisierter Gewalt an Kindern in bundesweit 92 Kommunen

Studie zu sexualisierter Gewalt an Kindern in bundesweit 92 Kommunen

Mannheim (epd). Eine deutschlandweite Studie soll das Ausmaß sexualisierter Gewalt gegen Kinder und Jugendliche erfassen. Bisher seien dieses Ausmaß und der Kontext der Taten nicht hinreichend bekannt, teilte das Zentralinstitut für Seelische Gesundheit (ZI) am Montag in Mannheim mit. Auch die Folgen für Betroffene seien bisher unzureichend erforscht.

Um dieses Dunkelfeld zu beleuchten, beginne eine repräsentative nationale Dunkelfeldstudie. Die Ergebnisse sollten zu einem besseren Kinderschutz beitragen. In der Kriminalstatistik werden laut ZI nur die der Polizei bekannt gewordenen Straftaten und Tatverdächtigen erfasst. Ein erheblicher Teil der begangenen Straftaten bleibe unerkannt und damit im sogenannten Dunkelfeld.

An der Studie sind Wissenschaftler des ZI, des Deutschen Zentrums für Psychische Gesundheit (DZPG), des Universitätsklinikums Ulm und der Universität Heidelberg beteiligt. Die Untersuchung wird gemeinsam mit dem Umfrageinstitut Infratest dimap durchgeführt. Sie wird von der „Weisser Ring Stiftung“, dem Verein Eckiger Tisch und dem Kinderschutzbund unterstützt.

Für die Studie wurden auf Basis einer Zufallsstichprobe bundesweit 92 Kommunen ausgewählt. In jeder werden per Post an 100 Bürger Fragebögen verschickt. Die Fragebögen können auf Papier oder online ausgefüllt werden. So soll ein repräsentatives Abbild der deutschsprachigen Wohnbevölkerung von 18 bis 59 Jahren entstehen. Die Daten werden anonymisiert ausgewertet.