Kasseler Bürgerpreis für "Ärzte ohne Grenzen"

Die deutsche Sektion von "Ärzte ohne Grenzen" ist am Sonntag mit dem Kasseler Bürgerpreis "Glas der Vernunft" ausgezeichnet worden.

Damit solle das humanitäre und politische Engagement der Organisation gewürdigt werden, sagte Bernd Leifeld, Vorsitzender der Gesellschaft der Freunde und Förderer des Bürgerpreises. Der freiwillige und gefahrvolle Einsatz der Mitglieder der Gruppe für die Menschenrechte verdiene öffentliche Anerkennung und Unterstützung. Der Preis ist mit 10.000 Euro dotiert.

Die deutsche Sektion von "Ärzte ohne Grenzen" hatte ihre Arbeit 1993 aufgenommen. Als Teil des internationalen Netzwerkes "Medecins Sans Frontieres" hilft sie Menschen in Not und macht auf deren Lage aufmerksam. Die Organisation, die 1999 mit dem Friedensnobelpreis ausgezeichnet wurde, hatte unter anderem auch deutlich gegen das Flüchtlingsabkommen der Europäischen Union mit der Türkei protestiert.

Der Preis "Glas der Vernunft" wurde 1990 von Kasseler Bürgern gestiftet, die ihn auch finanzieren. Mit der Auszeichnung werden Personen und Institutionen geehrt, die sich in besonderer Weise um die Maximen der Aufklärung wie Vernunft und Toleranz sowie um die Überwindung ideologischer Schranken verdient gemacht haben. Der Jahresetat der Gesellschaft mit ihren 310 Mitgliedern beläuft sich auf rund 50.000 Euro. Bisherige Preisträger waren neben anderen Hans-Dietrich Genscher, Joachim Gauck, Ai Weiwei sowie im vergangenen Jahr Edward Snowden.