Gedenken in Sachsenhausen

Konzentrationslager Sachsenhausen

Foto: dpa/Maurizio Gambarini

Die Gedenkstätte des Konzentrationslagers Sachsenhausen in Oranienburg (Brandenburg).

Der sowjetische Geheimdienst NKWD errichtete vor 72 Jahren in der Sowjetischen Besatzungszone (SBZ) zehn Speziallager, in denen deutsche Zivilisten im Rahmen der Entnazifizierung, zum Teil aber auch ohne Rechtsgrundlage, gefangen gehalten wurden.

In der Gedenkstätte Sachsenhausen in Oranienburg (Brandenburg) ist am Wochenende an die Einrichtung des sowjetischen Speziallagers vor 72 Jahren erinnert worden. Bei einer Gedenkveranstaltung mit Überlebenden am Sonntag auf dem Friedhof am ehemaligen Kommandantenhof, wo mehr als 7.000 Opfer des Speziallagers in Massengräbern ruhen, sagte Brandenburgs Kulturstaatssekretärin Ulrike Gutheil (parteilos), Sachsenhausen sei ein Synonym für das, was totalitäre Herrschaft im 20. Jahrhundert Menschen zugefügt habe.

Das ehemalige Lager sei ein wichtiger Erinnerungs- und Informationsort, um die Geschichte für junge Menschen und zukünftige Generationen wachzuhalten und Möglichkeiten zur Information und Auseinandersetzung zu sichern, sagte Gutheil.  Die Gedenkveranstaltung endete mit einer Andacht und einer Kranzniederlegung.

Der sowjetische Geheimdienst NKWD errichtete ab Mai 1945 in der Sowjetischen Besatzungszone (SBZ) zehn Speziallager, in denen deutsche Zivilisten im Rahmen der Entnazifizierung, zum Teil aber auch ohne Rechtsgrundlage, gefangen gehalten wurden. Das Speziallager Nr. 7 , zunächst im Landkreis Barnim, wurde im August 1945 auf das Gelände des früheren nationalsozialistischen Konzentrationslagers Sachsenhausen verlegt. Nach der Auflösung  kleinerer Lager im Sommer 1948 wurde es in Speziallager Nr. 1 umbenannt.

Bis zu seiner Auflösung 1950 wurden dort rund 60.000 Personen inhaftiert, mindestens 12.000 von ihnen starben an den katastrophalen Haftbedingungen, an Krankheit, Hunger, psychischer und physischer Entkräftung. Bei den Inhaftierten handelte es sich vorwiegend um untere Funktionäre des NS-Regimes, aber auch Mitarbeiter aus Verwaltung, Polizei, Justiz und Wirtschaft sowie SS-Personal aus den Konzentrationslagern. Unter den Häftlingen befanden sich außerdem politisch Missliebige und willkürlich Verhaftete sowie von sowjetischen Militärtribunalen Verurteilte.