Webcam zeigt Wiederaufbau der Potsdamer Garnisonkirche

Der geplante Wiederaufbau der Potsdamer Garnisonkirche kann von kommenden Mittwoch an (20. September) über eine Webcam verfolgt werden. Die Kamera steht auf dem Dach der Industrie- und Handelskammer Potsdam und wird das Baugeschehen auf dem Baufeld der Garnisonkirche ins Internet übertragen, wie die Stiftung Garnisonkirche am Freitag in Potsdam mitteilte.

Auf der Webseite garnisonkirche-potsdam.de werde alle 15 Minuten ein aktuelles Bild aus Potsdam ins Internet gestellt. Nach Angaben der Stiftung wird ab Oktober die Baustelle eingerichtet. Die ersten Bilder am Mittwochabend werden zeigen, wie das Nagelkreuz, das als Versöhnungssymbol seit 2005 in einem Torbogen hängt, an seinen neuen Ort gebracht wird. Das Nagelkreuz aus Coventry wird dann am "Treffpunkt Nagelkreuz", einem künstlerisch gestalteten Container, zu sehen sein. Der gemauerte Bogen wird abgetragen, um das Baufeld für die Gründungsarbeiten frei zu machen.

"Wir freuen uns sehr, dass es nun Menschen in der gesamten Bundesrepublik und eigentlich der ganzen Welt möglich sein wird, nach Potsdam zu schauen und zu sehen, wie der Wiederaufbau des Turmes einer der schönsten Barockkirchen Norddeutschlands voranschreitet", erklärte der Kommunikationsvorstand der Stiftung Garnisonkirche, Wieland Eschenburg.

Der geplante Wiederaufbau des Garnisonkirchturms soll nach bisherigen Stiftungsangaben rund 38 Millionen Euro kosten, zunächst soll mit dem Bau einer rund 26 Millionen Euro teuren Grundvariante ohne Turmhaube und Schmuckelemente begonnen werden. Der Wiederaufbau der Barockkirche ist umstritten. Kritiker sehen sie als Symbol des preußischen Militärs und des NS-Regimes. Befürworter betonen vor allem die Bedeutung für das Potsdamer Stadtbild.