Schweriner in Türkei in Haft

Der Bruder eines in der Türkei festgehaltenen Mannes aus Schwerin hat versichert, dass dieser nicht als politischer Aktivist, sondern als "harmloser Tourist" unterwegs gewesen sei. Sein Bruder sitze seit April im Abschiebezentrum Erzurum, ohne den Grund dafür zu kennen, sagte Tillmann N. der "Bild am Sonntag".

"Es war nie sein Anliegen, auf Minderheiten und Verfolgte aufmerksam zu machen", betonte er. "Vielmehr ging es ihm neben seinen persönlichen Motiven als Pilger auf Gottessuche um Mitmenschlichkeit, Frieden und Völkerverständigung." Der gelernte Buchbinder David B. war der Zeitung zufolge im November 2016 losgewandert und über Breslau, Auschwitz und Bulgarien in die Türkei gelangt. Bei Antakya nahe der syrischen Grenze wurde er festgenommen.

Sein Bruder sei körperlich und psychisch mitgenommen, sagte Tillmann N. "Ich hoffe sehr, dass die türkischen Behörden jetzt einsehen, dass mein Bruder nur ein harmloser Tourist ist, der Land und Leute kennenlernten wollte, und ihn endlich wieder nach Hause zu seiner Familie lassen."