Mainzer Narren lachen über Trump und Brexit

Ein Wagen, der Martin Luther beim zerreissen der Ablassbriefe zeigt, rollt in Mainz beim Rosenmontagszug.

Foto: dpa/Andreas Arnold

Ein Wagen, der Martin Luther beim zerreissen der Ablassbriefe zeigt, rollt in Mainz beim Rosenmontagszug.

Bei frühlingshaften Temperaturen haben mehrere hunderttausend Menschen dem Mainzer Rosenmontagsumzug zugejubelt. Mit politischen Motivwagen verspotteten die Mainzer Fastnachter die große Weltpolitik ebenso wie das regionale Geschehen.

An dem neun Kilometer langen Umzug nahm erstmals offiziell auch die evangelische Kirche teil. Zum 500. Jahrestag der Reformation hatten die Mainzer Protestanten einen Luther-Motivwagen bauen lassen, der von einem Posaunenchor begleitet wurde.

Die für das Jubiläumsjahr erstellte, 3,40 Meter hohe Lutherfigur hält einen Hammer in der einen Hand, aber in der anderen anstelle der Thesenpapiere die Mainzer Grundnahrungsmittel Brötchen, Fleischwurst und Wein ("Weck, Worscht un Woi"). Unter den politischen Motivwagen stach die Darstellung des neuen US-Präsidenten Donald Trump als Elefant im Porzellanladen ("Trumpeltier") heraus. Die Mainzer Wagenbauer setzten außerdem eine Britannia auf ein sinkendes Rettungsboot, wo sie dem Luxusdampfer Europa trotzig den Mittelfinger entgegenstreckt. Auch Korruption und Doping im "Spritzensport" und das Vorgehen des türkischen Staatschefs Recep Tayyip Erdogan gegen die Opposition wurden thematisiert.

Aus Angst vor möglichen Terroranschlägen fand der Umzug am Montag unter verschärften Sicherheitsbedingungen statt. Die Polizei war mit einem Großaufgebot und einem Hubschrauber im Einsatz. Für das gesamte Mainzer Zentrum war ein Lkw-Fahrverbot erlassen worden. Die Besucher waren dazu aufgerufen worden, bei der Kostümierung auf echt aussehende Waffen zu verzichten. Im vergangenen Jahr war der Mainzer Rosenmontagsumzug wegen einer Sturmwarnung abgesagt worden.