Jürgen Fliege will nicht mehr zurück auf den Bildschirm

Der frühere ARD-Fernsehpfarrer Jürgen Fliege will offenbar nicht mehr zurück auf den Bildschirm. "Es ist ganz schön in der Stille", sagte der Theologe dem Hamburger Magazin "Stern".

Er schreibe viel und sitze zurzeit an einem neuen Buch über "Beten für Kirchenverweigerer". Er selbst besuche eher selten Gottesdienste, da gehe es ihm wie so vielen Menschen: "Am liebsten bin ich in der Kirche, wenn sie leer ist." Fliege wird am 30. März 70 Jahre alt.  Ein 2011 eröffnetes Disziplinarverfahren der Evangelischen Kirche im Rheinland gegen ihn sei nach zwei Jahren beigelegt worden, fügte Fliege hinzu. Ihm war der Verstoß gegen Amtspflichten vorgeworfen worden. "Da ist nichts daraus geworden! Es wurde sich darauf geeinigt, dass es sich um ein großes Missverständnis handelte", sagte Fliege.

Fliege hatte wiederholt seine Kirche massiv kritisiert, Kirchenvertreter wiederum werfen ihm eine Nähe zur Esoterik vor. Er räumte ein, dass er einige Skandale in den Medien durch vorlaute Äußerungen selbst provoziert habe: "Die Skandale gingen von mir aus, deshalb muss ich sie mir auch zurechnen. Ich schiebe sie keinem anderen in die Schuhe. Vorlaut wie ich schon in der Grundschule war, konnte ich mir manches nicht verkneifen." 

Fliege war Pfarrer in Düsseldorf, Essen und Aldenhoven bei Aachen, bevor er 1994 in der ARD mit einer nach ihm benannten Talkshow auf Sendung ging. Im Jahr 2005 wurde das Format eingestellt. Seit 2010 befindet er sich im Ruhestand. Er ist Autor zahlreicher Bücher zu Gesundheitsthemen und zur Lebenshilfe.