Theologen fordern Sonntagsschutz für Stuttgart-21-Baustellen einzuhalten

Baustelle Stuttgart 21

Foto: dpa/Silas Stein

Arbeiter stehen am 30.11.2016 im Bauabschnitt 16 des Bauprojekts Stuttgart 21 am Hauptbahnhof in Stuttgart (Baden-Württemberg) im Hintergrund ist der Bahnhofsturm zu sehen.

Die Initiative "Theologen gegen S21" hat einen offenen Brief an Ministerpräsident Winfried Kretschmann geschrieben, indem sie fordert den Sonntagsschutz auf den Bausstellen des Großprojektes "Stuttgart 21" einzuhalten.

Die Initiative "Theologinnen und Theologen gegen S21" beklagt, dass "ausgerechnet in einem Land mit einer zutiefst christlichen Tradition wie Baden-Württemberg das grundgesetzlich geschützte Rechtsgut der Sonntagsruhe ohne Not preisgegeben wird". In einem offenen Brief vom Mittwoch (4. Januar 2017) fordern die Theologen, dass sich sich der baden-württembergische Ministerpräsident Winfried Kretschmann (Grüne) unverzüglich für die Einhaltung des Feiertagsschutzgesetzes auf den S21-Baustellen einsetzen solle.

Im Speziellen richtet sich die Kritik der Theologen gegen die Tunnel-Arbeiten an Sonntagen. Weder die Ortsbehörden, noch das Innenministerium würden darauf pochen den Feiertagsschutz einzuhalten. Auch die örtliche oder die Landes-Polizeibehörde würden die Missachtung des Feiertagsgsschutzgesetzes missachten, was ein skandalöses Staatsversagen sei.

Die Theologen-Initiative bezieht sich auch auf die Neujahrsbotschaft des Landesbischofs der württembergischen evangelischen Landeskirche Frank Otfried July, der sich besorgt erklärt hatte, dass – auch bei den S21-Bauarbeiten – aus Gewinninteresse der Schutz des Sonntags ausgehöhlt werde. In ihrem Brief weisen die Theologen darauf hin, dass die Kirchen vor jeder Ausnahmegenehmigung von der Einhaltung des Feiertagsschutzgesetzes von der zuständigen Behörde hätten gehört werden müssen. Das sei bei den S21-Baustellen in keinem Fall geschehen.

Auch andere Projektgegner kritisieren die Sonntagsarbeit am Bahnprojekt - und haben sogar Strafanzeige gegen die Bahn erstattet. Konkret geht es darin um Arbeiten am Totensonntag sowie an den ersten drei Adventssonntagen.