Taizé-Jugendtreffen zum Jahreswechsel in Riga

Das lettische Riga ist seit Mittwoch Ziel für Tausende junge Christen aus ganz Europa. Zum ersten Mal findet das traditionelle Jugendtreffen der ökumenischen Gemeinschaft von Taizé zum Jahreswechsel in einem Land des Baltikums statt. Bis zum 1. Januar werden die Jugendlichen zusammen beten und singen sowie sich mit den Christen vor Ort über Themen der Zeit austauschen. Angesichts der schwierigen Situation Europas seien die Teilnehmer zwischen 18 und 35 Jahren Botschafter des Friedens und der Versöhnung, hieß es.

Zum Jahreswechsel 2015/2016 waren im spanischen Valencia mehr als 20.000 junge Christen aus 52 Ländern zusammengekommen. Davor gab es Treffen in Straßburg und Prag. Angesichts der derzeitigen Spannungen sei die große Zahl junger Teilnehmer aus der Ukraine, aus Weißrussland und Russland besonders beachtlich, teilte die Kommunität mit.

Seit 1978 organisieren die Brüder der Kommunität von Taizé die Jugendtreffen, die jeweils nach Weihnachten stattfinden. Die jungen Leute sollen dabei einen Sinn für das Leben finden und neuen Mut schöpfen, um im Alltag zu Hause Verantwortung zu übernehmen. 


Bekanntgeworden ist Taizé durch einprägsame, meditative Lieder, die unter Christen in aller Welt verbreitet sind. Die ökumenische Bruderschaft wurde von dem Schweizer Roger Schutz (1915-2005) gegründet. Der Pfarrerssohn wollte in der Zeit des Zweiten Weltkriegs die Zerrissenheit unter den Christen und die Konflikte in der Menschheit überwinden helfen. Dazu zog er sich 1940 in das kleine Dorf Taizé bei Cluny im französischen Burgund zurück.

Derzeit leben in der "Communauté de Taizé" mehr als 100 Brüder aus rund 25 Ländern. Viele arbeiten in den Armenvierteln der Welt. Ihren Lebensunterhalt bestreiten sie mit Einkünften aus ihrer Arbeit. Sie haben sich zur Ehelosigkeit sowie zu einem Leben in materieller Gütergemeinschaft verpflichtet.