Münchner Pfarrei widerspricht Hetze zu Facebook-Bild

Die katholische Pfarrei St. Gertrud München hat der Hetze in sozialen Medien zu einem Foto von Afrikanern vor ihrer Kirche widersprochen.

Auf dem Bild sind sechs Männer zu sehen, die mit dem Rücken zum Betrachter mit gesenktem Kopf an einer Kirchenwand stehen. Auf Facebook hatten Nutzer in den vergangenen Tagen behauptet, die Männer würden an das Gotteshaus urinieren. "Die Männer auf diesem Bild beten gerade. Es ist nicht das, was so mancher 'besorgte Bürger' hier vermutet!" teilte die Pfarrei auf ihrer Internetseite mit.

Seit einigen Jahren werde einer der Räume der Kirche von der Eritreisch-Orthodoxen Gemeinde benutzt, erklärte die Pfarrei weiter. Jeden Sonntag werde eine Eucharistiefeier begangen. Nach der Tradition der orthodoxen Christen in Eritrea und Äthiopien gingen die Gläubigen oft nicht in die Kirche hinein, sondern beteten draußen: "Sie lehnen sich an die Wand des Gotteshauses und beten."

Die Eritreisch-Orthodoxe Kirche ist die jüngste unter den Orientalisch-Orthodoxen Kirchen, sie wurde erst 1998 gegründet und ist inhaltlich eng mit der sehr großen Äthiopisch-Orthodoxen Kirche verbunden. Die Kirche hat etwa zwei Millionen Mitglieder und ist staatlichen Restriktionen ausgesetzt.