Friedensbewegung trauert um Politikwissenschaftler Buro

Andreas Buro 2013 in Göttingen vor der Verleihung des Göttinger Friedenspreises.

Foto: dpa/Stefan Rampfel

Der Politikwissenschaftler und Friedensaktivist Andreas Buro ist im Alter von 87 Jahren gestorben.

"Der Tod von Andreas Buro ist ein großer Verlust für die Friedensbewegung und die Zivilgesellschaft", sagte der Friedensbeauftragte des Rates der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD), Renke Brahms, am Mittwoch in Bonn. Die Ärzte für die Verhütung des Atomkrieges (IPPNW) hoben vor allem Buros Eintreten für zivile Konfliktlösungen hervor.

Buro war am Dienstag im Alter von 87 Jahren in seinem Haus in Grävenwiesbach im Taunus gestorben. Der Mitinitiator der Ostermärsche Anfang der 60er Jahre gehörte jahrzehntelang zu den führenden Köpfen der deutschen Friedensbewegung.

Renke Brahms würdigte Buro als einen "langjährigen Kämpfer für Frieden und Gerechtigkeit und einen wichtigen Mahner für eine friedliche Welt". Vor allem seine wissenschaftliche Expertise, sein unablässiges Engagement gegen Atomwaffen wie auch die praktische Friedensarbeit der von ihm mitgegründeten Peace Brigades seien wertvoll und wegweisend gewesen, erklärte der EKD-Beauftragte.

Schwerpunkt Friedens- und Konfliktforschung

Andreas Buro habe die Diskussionen um Militär und Krieg in den vergangenen 60 Jahren in Deutschland maßgeblich mitgestaltet, betonte IPPNW-Chefin Susanne Grabenhorst. Buro war Beiratsmitglied von IPPNW. "Als anregender und streitbarer, aber dabei integrierender Friedensaktivist und Vordenker der Friedensbewegung leistete er unverzichtbare Beiträge zur zivilen Konfliktbearbeitung", sagte Grabenhorst.

Martin Singe vom Komitee für Grundrechte und Demokratie in Köln, dessen friedenspolitischer Sprecher Buro war, nannte ihn eine "wichtige Stimme in der aktuellen sicherheitspolitischen Diskussion". Er habe die zivile Konfliktbearbeitung als klare Alternative gegen die Interventionskriege der Bundeswehr vertreten und damit Friedenslogik gegen Kriegslogik gesetzt. Der Herausgeber des Aachener Friedensmagazins "aixpaix.de", Otmar Steinbicker, würdigte Buro als einen großen Vordenker der Friedensbewegung. Für seine Verdienste um die Entwicklung der Zivilen Konfliktbearbeitung hatte der Politikwissenschaftler 2008 den Aachener und 2013 den Göttinger Friedenspreis erhalten.



Buro wurde am 15. August 1928 in Berlin geboren. Er studierte erst Forstwirtschaft und dann Ende der 60er Jahre Politikwissenschaft. An der Goethe-Universität in Frankfurt am Main wurde er 1980 Professor für internationale Politik. Seine Schwerpunkte legte er zunehmend auf die Friedens- und Konfliktforschung. Seit 2006 gab Buro gemeinsam mit einem Zusammenschluss von über 50 Friedensorganisationen Monitoring-Dossiers heraus, in denen Vorschläge zur zivilen Lösung internationaler Konflikte unterbreitet wurden.