Kirchenpräsident: Gewalt-Opfer wahrnehmen und Integration ermöglichen

Nach den gewalttätigen Ausschreitungen gegenüber Frauen in der Silvesternacht tritt der Kirchenpräsident der Evangelischen Kirche in Hessen und Nassau (EKHN), Volker Jung, für eine Verteidigung des Rechtsstaates und seiner Prinzipien ein. Dazu zählten der Schutz aller im öffentlichen Raum und die Abwehr von rassistischen Deutungen.

"Was an Silvester in Köln – und offenbar in ähnlicher Form, aber von der Anzahl her in geringerem Ausmaß auch in anderen Städten – geschehen ist, kann und darf nicht toleriert werden", sagte Kirchenpräsident Volker Jung. Es könne auch nicht mit ausgelassene Stimmung und Alkoholkonsum entschuldigt werden. "Es ist wichtig, dass die Opfer wahr- und ernstgenommen werden und bei Bedarf auch entsprechende Betreuung erfahren", sagte Jung.

Von Gästen aus dem Ausland wisse er, dass es insbesondere die Frauen schätzen, sich in Deutschland auch nachts frei und sicher bewegen zu können. "Viele erkennen gerade darin, wie gut unsere freie Gesellschaft und der Schutz durch den Rechtsstaat funktionieren. Dafür zu arbeiten, dass dies so bleibt, ist eine permanente Aufgabe", sagte der Kirchenpräsident der Evangelischen Kirche in Hessen und Nassau (EKHN). 

Zugleich sei es wichtig, genau hinzuschauen und nicht pauschal zu urteilen. "Weder können die Muslime, noch die Nordafrikaner oder die Araber aufgrund ihrer Religion oder ihrer Herkunft in pauschaler Weise verdächtigt werden", ist Jung überzeigt. Die Gefahr sei groß, dass die Diskussion "in ein rassistisches Fahrwasser" gerate. Es müsse daran gearbeitet werden, dass Integration ermöglicht werde und gelinge. "Dazu leisten wir als Kirche durch Bildungsangebote, Begegnungen und viele andere Maßnahmen einen Beitrag", sagte Volker Jung.