EKD-Ratsvorsitzender: Das Jahr 2016 christlich begehen

Der Ratsvorsitzende der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD), Heinrich Bedford-Strohm, hat dazu ermuntert, sich im Jahr 2016 auf den christlichen Glauben zu stützen.

Es reiche nicht aus, nur vom "christlichen Abendland" zu reden, sagte er am Freitag im Neujahrsgottesdienst in der Dresdner Frauenkirche. Das große Wort "christlich" müsse "wirklich zur Basis unseres Lebens werden", betonte der EKD-Ratsvorsitzende.

Mit Blick auf den Bürgerkrieg in Syrien sowie den Bundeswehr-Einsatz in der Region mahnte Bedford-Strohm ein verantwortungsvolles Handeln an. Die Kriegslogik dürfe nicht zur Normalität werden. Menschen, die fliehen müssen, sollten irgendwann in ihre Heimat zurückkehren können. "Tatsächlich ist die Verantwortung groß. Ich bete darum, dass die Kräfte des Friedens und der Versöhnung die Oberhand behalten werden", sagte Bedford-Strohm.

Der EKD-Ratsvorsitzende verurteilte in seiner Predigt die Gewalteskalation in Konfliktgebieten ebenso wie die Fremdenfeindlichkeit in Deutschland. "Man kann schon verzweifeln, wenn man mit einem Gefühl der Ohnmacht vor sinnlosen Gewaltorgien steht, deren Brutalität jede Vorstellungskraft übersteigt", so Bedford-Strohm. Er kritisierte zugleich, dass Menschen, die vor dieser Gewalt unter Lebensgefahr fliehen, in Deutschland auf eine Situation treffen, "in der manche die Ängste der Menschen missbrauchen und zu hetzen beginnen" oder sogar Brände legten.

Bedford-Strohm rief dazu auf, Gott zum täglichen Begleiter zu nehmen, um "ohne Verzagtheit ins Jahr 2016 gehen" zu können. Dann könnten etwa die Furcht vor Terror ebenso wie Zweifel an der Bewältigung der Flüchtlingskrise überwunden werden. "Wir würden mit nüchternem Blick auf die Probleme schauen, die mit der Integration vieler Menschen verbunden sind, die als Flüchtlinge hierher kommen, aber wir würden uns davon nicht einschüchtern lassen, sondern anpacken und die Empathie weiter ausstrahlen, die unser Land im letzten Jahr zu einem der berührendsten Orte der Welt gemacht hat", so der EKD-Ratsvorsitzende.