In Ostdeutschland droht laut Studie starker Anstieg der Altersarmut

Die Altersarmut droht einer Studie zufolge in den kommenden zehn Jahren vor allem in Ostdeutschland stark anzusteigen.

Das Armutsrisiko sei bei Ostdeutschen, die heute 50-64 Jahre alt sind, deutlich höher als bei den heute über 65-Jährigen, hieß es in der Untersuchung der Bertelsmann-Stiftung, über die die "Bild am Sonntag" berichtete. Den höchsten Wert erreicht Mecklenburg-Vorpommern: Dort sind laut Studie 23,6 Prozent der 50- bis 64-Jährigen gefährdet, aber nur 14,7 Prozent der Generation 65+.

Es folgt Sachsen-Anhalt, wo 21,8 Prozent der 50- bis 64-Jährigen armutsgefährdet sind und 14,2 Prozent der über 65-Jährigen, wie die Zeitung schrieb. In Sachsen sind es 19 Prozent (50- bis 64-Jährige) und 11,5 Prozent (65+). Es folgen Bremen mit 19 Prozent (50- bis 64-Jährige) und 15,8 Prozent (65+) sowie Berlin mit 18,3 Prozent (50- bis 64-Jährige) und 11 Prozent (65+). Die Autoren der Studie untersuchten Daten des Mikrozensus 2013 und ermittelten die drohende Altersarmut für verschiedene Bevölkerungsgruppen.

Bereits heute droht der Studie zufolge 16,2 Prozent der Frauen über 65 Altersarmut. Das sei deutlich häufiger als bei Männern im selben Alter (12 Prozent). "Frauen, Alleinstehende, Geringqualifizierte und Menschen mit Migrationshintergrund sind besonders häufig von Altersarmut bedroht", hieß es in der Studie. Menschen mit ausländischer Staatsangehörigkeit (39 Prozent) und Migrationshintergrund (32 Prozent) haben demnach ein weit überdurchschnittliches Armutsrisiko.

Die Präsidenten des Sozialverbands VdK Deutschland, Ulrike Mascher, widersprach Befürchtungen, die Flüchtlingskrise werde das Rentensystem zusätzlich belasten. "Die Flüchtlinge werden das Rentensystem nicht belasten - im Gegenteil, " sagte sie der "Bild am Sonntag". Sie seien schließlich "zukünftige Beitragszahler".