Glaubensbekenntnis auf apostolisch und nizäanisch

Foto: epd-bild/Norbert Neetz

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Das Glaubensbekenntnis gehört zum Gottesdienst wie das sprichwörtliche Amen in der Kirche. Es ist der gemeinsame Ausdruck des Glaubens aller Christen und ist seine liturgische Bekräftigung. Das Glaubensbekenntnis zählt alle wichtigen Grundlagen auf, auf denen der christliche Glaube seine Wurzeln schlägt.

Die Bekenntnisse des christlichen Glaubens gehen über das eigentliche Glaubensbekenntnis hinaus, das zu jedem Gottesdienst gehört wie das sprichwörtliche Amen in der Kirche. Neben diesem so genannten Apostolischen Glaubensbekenntnis gibt es unter anderem eine ältere, historische Version, die auf dem Konzil von Nizäa im Jahr 381 verabschiedet wurde. Aber es geht nicht nur um die formelle, gemeinsame Bestätigung des Glaubens. Zu den Bekenntnisschriften gehören auch die Katechismen. Das sind Lehrschriften, die die Grundlagen des Glaubens vermitteln sollen, unter anderem (für die evangelische Kirche besonders wichtig) verfasst von Martin Luther. Außerdem gibt es eine Reihe weiterer Texte, die für das Selbstverständnis der evangelischen Kirche entscheidend sind (siehe weiterführende Links).

Diese Dokumente sind die Grundlage des gemeinsamen evangelischen Glaubens in Deutschland und zeigen zugleich, wie sich die Rolle von Kirche und Glauben über die Zeit immer wieder angepasst hat, immer auf Grundlage der christlichen Botschaft.

Das apostolische Glaubensbekenntnis

Ich glaube an Gott, den Vater,
den Allmächtigen,
den Schöpfer des Himmels und der Erde.

Und an Jesus Christus,
seinen eingeborenen Sohn, unsern Herrn,
empfangen durch den Heiligen Geist,
geboren von der Jungfrau Maria,
gelitten unter Pontius Pilatus,
gekreuzigt, gestorben und begraben,
hinabgestiegen in das Reich des Todes,
am dritten Tage auferstanden von den Toten,
aufgefahren in den Himmel;
er sitzt zur Rechten Gottes,
des allmächtigen Vaters;
von dort wird er kommen,
zu richten die Lebenden und die Toten.

Ich glaube an den Heiligen Geist,
die heilige christliche Kirche,
Gemeinschaft der Heiligen,
Vergebung der Sünden,
Auferstehung der Toten
und das ewige Leben.

Amen.

 

Das Glaubensbekenntnis des Konzils von Nizäa-Konstantinopel aus dem Jahr 381

Wir glauben an den einen Gott,
den Vater,
den Allmächtigen,
der alles geschaffen hat,
Himmel und Erde,
die sichtbare und die unsichtbare Welt.

Und an den einen Herrn Jesus Christus,
Gottes eingeborenen Sohn,
aus dem Vater geboren vor aller Zeit:
Gott von Gott,
Licht vom Licht,
wahrer Gott vom wahren Gott,
gezeugt, nicht geschaffen,
eines Wesens mit dem Vater;
durch ihn ist alles geschaffen.
Für uns Menschen und zu unserm Heil ist er vom Himmel gekommen,
hat Fleisch angenommen durch den Heiligen Geist
von der Jungfrau Maria und ist Mensch geworden.
Er wurde für uns gekreuzigt unter Pontius Pilatus,
hat gelitten und ist begraben worden,
ist am dritten Tage auferstanden nach der Schrift
und aufgefahren in den Himmel.
Er sitzt zur Rechten des Vaters
und wird wiederkommen in Herrlichkeit,
zu richten die Lebenden und die Toten;
seiner Herrschaft wird kein Ende sein.

Wir glauben an den Heiligen Geist,
der Herr ist und lebendig macht,
der aus dem Vater und dem Sohn hervorgeht,
der mit dem Vater und dem Sohn angebetet und verherrlicht wird,
der gesprochen hat durch die Propheten,
und die eine, heilige, christliche und apostolische Kirche.
Wir bekennen die eine Taufe zur Vergebung der Sünden.
Wir erwarten die Auferstehung der Toten
und das Leben der kommenden Welt.