UN betonen Rolle der Bauern im Kampf gegen den Hunger

UN betonen Rolle der Bauern im Kampf gegen den Hunger
Die Vereinten Nationen haben im Kampf gegen Armut und Hunger zu einer stärkeren Förderung von bäuerlichen Familienbetrieben aufgerufen.

Neun von zehn Farmen weltweit seien in der Hand von Familien, erklärte die UN-Ernährungs- und Landwirtschaftsorganisation (FAO) am Donnerstag in Rom. Bei ihnen liege der Schlüssel zur Ernährungssicherheit.

Die rund 500 Millionen Agrarbetriebe in Familienbesitz stellten 80 Prozent der Lebensmittel her, heißt es in dem am Welternährungstag veröffentlichten Bericht. Sie bräuchten Unterstützung für Innovationen und zur Steigerung ihrer Produktivität.

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Neue Methoden bei Erzeugung, Verarbeitung, Lagerung und Verkauf der Produkte könnten die Ernährungssicherheit der Bauern sichern. Zugleich könne so die weltweit steigende Nachfrage auf nachhaltige Weise gedeckt werden, betonte die FAO. Öffentliche Investitionen in Forschung und Entwicklung müssten verstärkt werden, um vor allem in armen Ländern den Anbau zu verbessern und gleichzeitig die Umwelt zu schonen.

"Landwirtschaftliche Innovationsstrategien müssen jetzt nicht mehr allein nach einer Steigerung der Ernten streben, sondern auch nach Zielen wie dem Erhalt der natürlichen Ressourcen", mahnte die FAO. Dabei müsse auch die Situation von Frauen und jungen Menschen in den Blickpunkt rücken.

Welternährungsgipfel im November in Rom

Ein Komitee der Vereinten Nationen verabschiedete unterdessen internationale Richtlinien zu verantwortungsvollen Investitionen in die Land- und Ernährungswirtschaft. Die wochenlang ausgehandelten Prinzipien seien am Mittwochabend in Rom einstimmig angenommen worden, teilte das Bundeslandwirtschaftsministerium in Berlin am Donnerstag mit. Damit können die freiwilligen Richtlinien nun bei einem Welternährungsgipfel vom 19. bis 21. November in der italienischen Hauptstadt von der Staatengemeinschaft angenommen werden.

Die Richtlinien weisen den jeweiligen Regierungen die Hauptverantwortung für die ausreichende Versorgung der Bevölkerung zu. Sie sollen deshalb für förderliche Rahmenbedingungen sorgen, damit mehr Investitionen in die Landwirtschaft möglich werden. Nach Angaben von Bundeslandwirtschaftsminister Christian Schmidt (CSU) gibt es mit den Richtlinien nun "einen internationalen Konsens über die wichtigsten Anforderungen an gute Investitionen in die Land- und Ernährungswirtschaft".

Das UN-Komitee für weltweite Ernährungssicherheit tagt seit Montag am Sitz der FAO in Rom. An den Verhandlungen hatten Vertreter von mehr als 80 Staaten teilgenommen.