Verbände bewerten Betreuungsgeld unterschiedlich

Eltern mit Tochter

Foto: dpa/Andreas Gebert

Das erneut in die Diskussion geratene Betreuungsgeld wird von Verbänden unterschiedlich bewertet.

Der Deutsche Familienverband sprach von einer "häufig unsachlichen" Debatte und lobte die Zahlung als Beitrag zur Wahlfreiheit der Eltern für die Betreuung der unter Dreijährigen, während der Sozialverband VdK ein Jahr nach der Einführung "die schlimmsten Befürchtungen bestätigt" sieht, wie die "Neue Osnabrücker Zeitung" am Dienstag berichtete.


Die stellvertretende Vorsitzende des Deutschen Familienverbandes, Petra Nölkel, sagte, das Betreuungsgeld als "Herdprämie" zu bezeichnen, sei "absolut diffamierend". Niemand scheide allein wegen einer Zahlung von 100 Euro im Monat aus dem Berufsleben aus. Außerdem werde in der Diskussion über das Betreuungsgeld übersehen, dass dieses bei sozial schwächer gestellten Familien auf Hartz IV und sonstige Sozialtransfers angerechnet werde.

Eine Studie der Technischen Universität Dortmund und des Deutschen Jugendinstituts hatte die Debatte um das Betreuungsgeld erneut befeuert. Den Wissenschaftlern zufolge ist die Prämie besonders für Familien attraktiv, die als bildungsfern beschrieben werden können und einen Migrationshintergrund haben. Für die Erhebung haben die Verfasser rund 112.000 Antworten von Eltern ausgewertet.

Die Präsidentin des Sozialverbandes VdK, Ulrike Mascher, sagte der "Neuen Osnabrücker Zeitung: "Gerade Kinder aus sozial schwachen und bildungsfernen Familien, die besonders auf frühkindliche Bildung in Kindertagesstätten angewiesen sind, profitieren nicht von dieser Leistung, weil sich ihre Eltern lieber das Betreuungsgeld auszahlen lassen." Sie forderte, diese "Weichenstellung in die falsche Richtung" zu korrigieren. Das dadurch frei werdende Geld sollte ihrer Ansicht nach genutzt werden, um das Kita-Angebot qualitativ zu verbessern.

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