Lutherenergie

Atomausstieg, Atomenergie, Atomkraftwerk

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Im Zuge der Energiewende finden wir immer neue Energiequellen. Die Stadtwerke Lutherstadt Eisleben scheinen da besonders kreative Wege zu gehen ...

 Vor knapp fünfhundert Jahren leitete ein Mönch namens Martin Luther die Wende in der Kirchengeschichte ein. Die Reformation! Alles neu! Mit ungeahnter Energie wetterte Luther gegen die Missstände in der Kirche. Brachte neue Aspekte in die Theologie. Übersetzte die ganze Bibel in eine Sprache voller Kraft, die noch heute, Jahrhunderte später, unser Deutsch prägt wie nichts anderes.

Heute stehen wir vor einer anderen Wende: Der Energiewende. Gerade wurde in meiner direkten Nachbarschaft das Atomkraftwerk Grafenrheinfeld abgeschaltet. Ein monumentales Denkmal für die Veränderungen, die wir derzeit erleben, grüßt täglich im Hintergrund. Doch woher neue Energie nehmen, wenn eben nicht immer die Sonne scheint und der Wind weht?

Auto der Stadtwerke Lutherstadt Eisleben mit der Aufschrift "Lutherenergieversorger"
Die Stadtwerke Lutherstadt Eisleben haben die Lösung gefunden. Sie liegt in der Vergangenheit: Einfach Luthers große Energie anzapfen! Als Lutherenergieversorger haben sie offensichtlich eine Möglichkeit gefunden, aus Luther Strom zu machen. Na, wenn das nicht perfekt ist. Ob sie einfach eine Lutherbibel anzapfen? Oder vielleicht die berühmten Tischreden? Oder die 95 Thesen?  Vielleicht haben sie auch einfach einen Generator an den im Grab rotierenden Luther angeschlossen  –  das bleibt wohl Betriebsgeheimnis. Ziel ist es aber, bis zum 31. Oktober 2017 ganz Deutschland mit ökologisch-theologisch einwandfreier Lutherenergie zu versorgen. Fragt sich, ob die Katholiken da mitmachen oder ihre eigenen Stromquellen finden werden. Nun – Hauptsache, saubere Energie.