Wir sind alle kleine Sünder

Das Gärtnern, so heißt es, lehre einen Geduld und Demut. Da ist sicher was dran, aber ich gebe zu, dass beide Eigenschaften bei mir noch ausbaufähig sind. Vor allem an der Geduld hapert es, insbesondere nach den grauen, dunklen, öden Tagen des Winters. Nun, da die Sonne scheint und viele Pflanzen wieder zum Leben erwachen, sprießen, knospen und wachsen, geht mir alles viel zu langsam. Farbe will ich, und Üppigkeit, und zwar sofort.

Zum Glück besteht die Hobbygärtnerei ja nicht nur aus Bescheidenheit, sondern es lässt sich in aller Regel nachhelfen. Wem der Sinn zur Zeit nach Maßlosigkeit steht, braucht nur in den Blumenladen, das Gartencenter oder auf den Markt zu gehen. Primeln, Narzissen, Hyazinthen und Krokusse versprühen jetzt Farbkaskaden, dass das Herz nur so hüpft.

Die Zwiebelpflanzen gedeihen im Topf ebenso gut wie im Beet. Und damit sie das auch im nächsten Frühjahr tun, hier ein paar Tipps zur Pflege. Wenn es nicht klappt, heißt es, sich in Demut üben –und von vorn beginnen.

  • Zwiebelpflanzen können auch umgetopft bzw. in den Garten gesetzt werden, wenn sie in voller Blüte stehen.
  • Zwiebeln ca. 3 bis 4 mal so tief in die Erde setzen, wie sie großsind (eine 2 cm große Zwiebel also 6 bis 8 cm tief setzen).
  • Während und nach der Blüte Erde feucht halten (wichtig vor allem bei Topfpflanzen), ab und zu düngen.
  • Nach der Blüte die Blütenköpfe abpflücken, aber die Blätter und den Blütenstiel noch mindestens 6 bis 8 Wochen stehen lassen, wenn möglich, sogar so lange, bis die ganze Pflanze auf natürliche Weise abgestorben ist.
  • Zwiebelpflanzen wie Krokusse und Schachbrettblumen wachsen auch gut im Gras. Auch hier aber darauf achten, dass die Pflanzen ihren natürlichen Reifungsprozess durchlaufen können und das Gras erst mähen, wenn dieser abgeschlossen ist (Absterben im Juni/Juli).
  • Die Zwiebeln können nach dem Absterben der Pflanze aus der Erde genommen werden (müssen dann aber im Herbst wieder rein), können aber auch drin bleiben.
  • Alle 3 bis 4 Jahre die Zwiebeln im Herbst ausheben und große Klumpen vorsichtig mit der Forke teilen und in Abständen von 15 bis 20 cm wieder einsetzen.

Was sonst noch im März zu tun ist:

  • Dahlien können schon mal im Topf vorgezogen werden, bevor sie im Mai nach draußen ziehen. Das macht sie widerstandsfähiger und gesünder.
  • Mohnblumen, Ringelblumen, Kornblumen, Schwarzkümmel, Borretsch können im März und April direkt im  Beet ausgesät werden
  • Verwelkte Blätter von Christrosen etc. abschneiden, um Krankheiten zu verhindern
  • Winterblühende Erika zurückschneiden und verblühte Teile entfernen.
  • Hortensien, Malven, Schmetterlingsflieder, Rosen, Efeu zurückschneiden
  • Clematis und anderen Rankpflanzen eine Kletterhilfe bieten