Wildlife gardening, Teil 3: Vögel

Auch wenn es Kellerasseln, Motten, Schwebfliegen und Spinnen unfair finden sollten –Vögel laufen ihnen locker den Rang ab, wenn es um die Beliebtheit beim Thema wildlife gardening geht. Zwar sind Insekten die Basis jedes guten naturnahen Gartens, aber Vögel sind leichter zu beobachten, sehen hübscher aus und singen oft auch noch schön. Kurz: Sie sind einfach die besseren Entertainer. Und in vielen Fällen nützliche Helfer bei der Bekämpfung von unerwünschten Gartenbesuchern.

Außerdem sind sie verhältnismäßig einfach anzulocken. Denn ebenso wie Insekten haben Vögel ja den Vorteil, dass sie fliegen können, jedenfalls in unseren Breitengraden. Das heißt, auch Wildlife-Gärtner, die in einer oberen Etage wohnen und "nur"über einen Balkon verfügen, haben eine Chance. Selbst in Hamburg, wo ich in einem der dichtbesiedeltsten Viertel nahe der Innenstadt wohnte, besuchten mich regelmäßig Blau- und Kohlmeisen, Zaunkönige und Kleiber auf meinem Balkon in der dritten Etage. Sogar ein Buntspecht schaute ab und zu vorbei.

16 verschiedene Arten sind in unserem Gärtchen in England regelmäßig zu Gast, trotz der Berichte über den Rückgang der Gartenvögelbestände. Nicht mitgezählt ist dabei der Sperber, der ja nur ab und zu einfliegt, und auch nicht der Fasan, der eines morgens auf unserem Rasen herumstolzierte und erst nach einer guten Stunde zum Heimflug (wo auch immer das ist) ansetzte. Auf jeden Fall ist sommers wie winters Unterhaltung garantiert.

P.S.: Vögel sind Gewohnheitstiere, sie haben ihre Rhythmen und Routen. Es gilt also, sie zunächst auf einem ihrer Überflüge davon zu überzeugen, dass es sich lohnt, in Ihrem Garten oder auf Ihrem Balkon zu landen. Wenn die Vögel dieser Meinung sind, werden Sie sicher in die tägliche Besuchsrunde aufgenommen.

Was Sie für die Vögel tun können:

  • Nahrung anbieten: Außer insektenfreundlichen Blumen (eine Großzahl von Vögeln ernährt sich ganz oder teilweise von Insekten) sollten Sie im Garten oder auf dem Balkon auch für Pflanzen sorgen, die den Vögeln mit ihren Samen, Beeren, Früchten und Nüssen direkt als Nahrungslieferanten dienen. Einheimische Pflanzenarten eigenen sich am besten. (Hier finden Sie eine Liste mit geeigneten Sträuchern) Auch Sonnenblumen und Disteln liefern wertvolles Vogelfutter. Im Winter sollte zugefüttert werden, wer mag, kann es auch zu den anderen Jahreszeiten tun. Dabei unbedingt Hygiene beachten!
  • Wasser: Ebenso wichtig wie Futter ist für die Vögel das Wasser. Sie brauchen es ebenso zum Trinken wie zum Baden. Deshalb eine stets mit frischem Wasser gefüllte flache Schale aufstellen. Nicht zu nah an ein mögliches Versteck für Katzen (zum Beispiel einen Busch) stellen und regelmäßig säubern. Für die Gefiederpflege genauso wichtig ist ein Staubbad: Einfach ein sonniges Plätzchen im Beet frei lassen, wenn die Erde dort sandig und locker ist. Falls die Erde sehr schwer und lehmhaltig ist, eine Schale mit Sand oder leichter Erde füllen und an einem sonnigen Platz aufstellen (Wasserabzugslöcher nicht vergessen).
  • Lebensraum schaffen: Vielfalt ist das Stichwort, denn unterschiedliche Vogelarten haben unterschiedliche Ansprüche. Unterschlupf in Form von dichten Hecken und Bepflanzungen (Efeu, Stechpalme, Heckenrosen) wird immer gern genommen. Da es oft an natürlichen Nistmöglichkeiten und Nistmaterial mangelt, nehmen viele Vögel gern Unterstützung an.
  • Unordnung: Langes Gras, Laubhaufen und Holzstapel bieten Insekten einen Lebensraum und somit Futter für die Vögel, ebenso wie für so manchen Piepmatz Unterschlupf und Deckung.
  • Dass keine Insektizide und Pestizide verwendet werden sollten, versteht sich von selbst.