Papst verlangt gemeinsames Handeln für die Umwelt

Papst verlangt gemeinsames Handeln für die Umwelt
Papst Benedikt XVI. hat am Neujahrstag zum Frieden in aller Welt aufgerufen. Zugleich mahnte er ein "weiter gefasstes und tiefer gehendes Umweltbewusstsein" zur Bewahrung der Schöpfung an.

"Frieden beginnt mit einem respektvollen Blick auf den anderen, der in diesem den Mitmenschen erkennt - unabhängig von seiner Hautfarbe, seiner Nationalität, seiner Sprache und seiner Religion», sagte das katholische Kirchenoberhaupt im Petersdom im Vatikan. Der mitmenschliche Respekt sei dabei unmittelbar mit dem Respekt für die Natur verbunden, denn "wo der Mensch verkommt, verkommt auch sein Lebensraum".

Umweltbewusstsein könne Frieden schaffen und sichern, so Benedikt XVI. beim Angelusgebet. Er erinnerte an die Klimakonferenz von Kopenhagen, die vor kurzem aufs Neue "die Dringlichkeit eines gemeinsamen Handelns" aufgezeigt habe. Gleichzeitig wandte er sich erneut gegen jede Art von Aufrüstung und forderte alle "bewaffneten Gruppen" auf, die Waffen niederzulegen.

"Gesundheit des Planeten"

Am 1. Januar feiert die katholische Kirche traditionell den Weltfriedenstag. Aus diesem Anlass hatte der Papst bereits Mitte Dezember eine Botschaft mit dem Titel "Willst du den Frieden fördern, so bewahre die Schöpfung" veröffentlicht. Darin rief er eindringlich zu mehr Verantwortung für die Umwelt auf. Der Mangel an Bewusstsein für die Gesundheit des Planeten sei nicht weniger besorgniserregend als Kriege, internationale und regionale Konflikte, Terrorakte und Menschenrechtsverletzungen. Nur durch weltweite Zusammenarbeit und den Einsatz jedes Einzelnen könne die Zerstörung der Erde verhindert werden.

Um eine friedvollere Welt möglich zu machen, müsse eine globale Solidarität sowie "eine weite und globale Sicht der Welt" zur grundlegenden Haltung aller werden, so der Papst. Die herrschende Umweltkrise berge zudem die "historische Gelegenheit", eine gemeinsame Antwort auf die globalen Krisen zu erarbeiten, die der Schöpfung und der Nächstenliebe größeren Respekt zollt. Die katholische Kirche feiert den Weltfriedenstag seit nunmehr 43 Jahren. Papst Paul VI. hatte sich 1967 mit einer Friedensbotschaft an die Regierenden in aller Welt gewandt und darin den Neujahrstag zum Weltfriedenstag erklärt.

dpa