Kirchenkritiker Karlheinz Deschner gestorben

Der Schriftsteller und Kirchenkritiker Karlheinz Deschner ist tot. Wie der Rowohlt Verlag am Donnerstag mitteilte, starb der Autor bereits am 8. April im Alter von 89 Jahren.

Mit seiner auf zehn Bände angelegten Reihe "Kriminalgeschichte des Christentums" war er einem größeren Publikum bekanntgeworden. Deschner widmete sein Leben der Dokumentation von Untaten der Kirche sowie Widersprüchen zwischen den Geboten Christi und der Praxis der Kirche. Der am 23. Mai 1924 in Bamberg geborene Autor lebte in dem tief katholisch geprägten Frankenstädtchen Haßfurt am Main.

Deschner schloss ein Studium der Theologie, Philosophie, Literaturwissenschaft und Geschichte mit der Promotion ab. Seit 1957 veröffentlichte er seine provozierenden Geschichtswerke zur Religions- und Kirchenkritik. Für sein aufklärerisches Engagement wurde er mit dem Arno-Schmidt-Preis ausgezeichnet. Im Juni 1993 erhielt er nach Walter Jens, Dieter Hildebrandt, Gerhard Zwerenz und Robert Jungk den Alternativen Büchnerpreis und im Juli 1993 nach Andrej Sacharow und Alexander Dubcek als erster Deutscher den International Humanist Award, erinnerte der Rowohlt Verlag in einem Autoren-Porträt.

Neben seinen religions- und kirchenkritischen Geschichtswerkes veröffentlichte Deschner Romane, Literaturkritik, Essays und Aphorismen. Daneben hielt er Hunderte Vorträge. Der Religionskritiker und Buchautor Michael Schmidt-Salomon würdigte Deschner als einen überzeugenden Aufklärer: "Hierin liegt seine bleibende Bedeutung, seine Größe, sein Vermächtnis."

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