Stadt Köln rehabilitiert Opfer von Hexenprozessen

Der Rat der Stadt Köln hat die Hexenprozesse vor rund 400 Jahren verurteilt und die Opfer symbolisch rehabilitiert. Einstimmig folgten die Ratsfraktionen am Donnerstag der Empfehlung des Ausschusses für Anregungen und Beschwerden und verurteilten die Hinrichtungen.

Der Rat der Stadt Köln bat außerdem das Erzbistum Köln, dies ebenfalls zu tun. Der Rat sprach sich zudem gegen jede Missachtung von Menschenwürde und Menschenrechten aus.

Der Anregungsausschuss hatte sich auf Antrag des evangelischen Pfarrers Hartmut Hegeler vor allem mit dem bekanntesten Fall der Kölner Postmeisterin Katharina Henot befasst. Sie war 1627 wegen angeblichem "Teufelspakt und Schadenszauber" hingerichtet worden. Ihr wurde inzwischen am Kölner Rathausturm mit einer Statue ein Denkmal gesetzt. Außerdem wurden eine Straße und eine Gesamtschule nach ihr benannt. Nach Recherchen Hegelers wurden in Köln fast 40 Menschen wegen angeblicher Hexerei getötet.

Der Ausschussvorsitzende Horst Thelen (Grüne), sagte, da neben den weltlichen auch kirchliche Instanzen an den Hexenprozessen beteiligt gewesen seien, sollte sich auch das Erzbistum zu einer symbolischen Rehabilitation entschließen. Eine rechtswirksame Rehabilitierung konnte die Stadt nach eigenen Angaben nicht aussprechen. Dies könne nur der Rechtsnachfolger des seinerzeit zuständigen Kurfürsten tun. Durch die Auflösung des damaligen Heiligen Römischen Reichs Deutscher Nation Anfang des 19. Jahrhunderts ist der Kölner Verwaltung zufolge zweifelhaft, ob das Land Nordrhein-Westfalen Rechtsnachfolger ist.

Nach Expertenschätzung wurden bei den Hexenverfolgungen allein auf dem Boden des Heiligen Römischen Reichs Deutscher Nation etwa 25.000 Menschen getötet.