Deutscher Fairness-Preis an Pflegekritiker Claus Fussek verliehen

Der Deutsche Fairness-Preis 2014 ist am Samstag in Frankfurt am Main an den Münchener Pflegekritiker und Buchautor Claus Fussek verliehen worden.

Fussek habe Missstände öffentlich gemacht und dabei eine bewundernswerte Beharrlichkeit und Professionalität an den Tag gelegt, sagte der Direktor der Fairness-Stiftung, Norbert Copray. Er würdigte Fusseks "enormen Mut, anzuecken, für auffällig und selbstgefällig zu gelten und sogar selbst beschädigt zu werden". Der Preis der Frankfurter Fairness-Stiftung ist undotiert.


"Fussek nennt schlechte Pflege drastisch Folter, um aufzurütteln, analysiert aber auch deren Ursachen und entwickelt Lösungsansätze", trug der Kuratoriumsvorsitzende der Stiftung, der Wirtschaftswissenschaftler Karl-Heinz Brodbeck, aus der Jurybegründung vor. Viel wichtiger als Kritik sei Fussek jedoch, Einrichtungen zu unterstützen und Betroffenen wie Angehörigen Rat und Hilfe zu geben. "Der Mann, der Leuchttürme in der Pflege sucht, ist selbst Leuchtturm der Pflegebranche."

Der Fairness-Initiativpreis 2014 ging an die "AG Beipackzettel", die als Beispiel für faire Kommunikation und Kooperation zwischen Patienten, Pharmavertretern und konkurrierenden Unternehmen der Branche gewürdigt wurde. Die Arbeitsgemeinschaft leiste seit Jahren bahnbrechende Arbeit für leicht verständliche Gebrauchsinformationen von Medikamenten, urteilte die Jury.

Die im Jahr 2000 als gemeinnützige GmbH gegründete Fairness-Stiftung entwickelt unter anderem Modelle und Instrumente, wie Firmen fair wirtschaften können, und hilft Mobbing-Opfern. Zudem bietet sie Verbrauchern einen "Fairness-Check" von Unternehmen an. Ausgezeichnet wurden im vergangenen Jahr der WDR-Fernsehredakteur Detlef Flintz (ARD-Serie "MarkenCheck") und der Verein Joblinge, der benachteiligte Jugendliche in Ausbildung bringt.