Mixa stellt seinen Rücktritt nicht mehr infrage

Mixa stellt seinen Rücktritt nicht mehr infrage
Walter Mixa stellt seinen Rücktritt als Augsburger Bischof nicht mehr infrage. In einem Brief bat Mixa außerdem um Versöhnung und Verzeihung.

Der 69-jährige katholische Theologe werde keine Vorwürfe mehr erheben, er habe bei seinem Rücktrittsgesuch unter Druck gestanden, teilte das Bistum Augsburg am Mittwoch in einer "Fünf-Punkte-Erklärung" mit. In einem sehr persönlich gehaltenen Brief bat Mixa zudem die Gläubigen in der Diözese Augsburg um Versöhnung und Verzeihung: "Ich habe sicher auch viele Fehler gemacht, obwohl ich niemanden in irgendeiner Weise verletzen oder beschädigen wollte."

Weiter teilte das Bistum mit, Mixa werde die Wohnung im Bischofshaus verlassen. Das Bistum wolle eine vorübergehende Wohnung für ihn suchen. Eine endgültige Entscheidung über den Wohnsitz Mixas solle dessen Nachfolger treffen, hieß es weiter. Die Bistumsleitung erklärte, Mixa werde zwar eine Einladung von Papst Benedikt XVI. annehmen, dabei aber seinen Rücktritt und dessen Umstände nicht mehr infrage stellen.

Brief vom Papst

Laut Medienberichten will Papst Benedikt XVI. Mixa am 2. Juli in Audienz empfangen. Der Papst hatte am 8. Mai Mixas Rücktrittsgesuch angenommen. Zuvor waren unter anderem Prügelvorwürfe und der Verdacht auf finanzielle Unregelmäßigkeiten an früheren Wirkungsstätten Mixas bekannt geworden.

Er sei in vielerlei Hinsicht schuldig geworden, heißt es in dem auf der Homepage des Bistums Augsburg veröffentlichten Brief des früheren Bischofs. Er bittet "um Verzeihung für alles, was ich nicht recht gemacht habe und vor allen Dingen um Verzeihung bei all den Menschen, die ich nicht in der rechten Weise behandelt habe, deren Erwartungen ich nicht erfüllt habe und die ich enttäuscht habe."

Der Papst habe ihm nach seinem Rücktritt einen "sehr liebevollen Brief" geschrieben, dass er immer Bischof bleibe und weiter die Feier der Eucharistie, die Spendung der Sakramente, auch der Firmung, wahrnehmen solle. In unterschiedlicher Weise könne er auch geistlich für viele Menschen da sein.

Rücktritt im April eingereicht

Mixa machte indirekt in seinem Brief erneut den Medien Vorwürfe. Er schreibt, er sei wegen der "sich zusammenbrauenden Berichte" in einer sehr schmerzlichen Situation gewesen und habe "sehr schweren Herzens" dem Papst seinen Rücktritt angeboten. "In vielfältiger Hinsicht waren die Berichte in dieser oder jener Richtung tendenziös", heißt es in dem Schreiben.

Am Wochenende hatten Medien über eine Alkoholkrankheit Mixas berichtet. Außerdem wurden Vorwürfe bekannt, Mixa habe sich in mindestens zwei Fällen jungen Männern so sehr genähert, dass diese das als Grenzüberschreitung empfunden hätten.

Die jetzt veröffentlichte Erklärung ist den Angaben zufolge mit Mixa abgestimmt und war am Dienstagabend im Bischofspalais verfasst worden. An dem Gespräch hatten neben Mixa unter anderem Diözesanadministrator Weihbischof Josef Grünwald, Weihbischof Anton Losinger und Rechtsanwälte teilgenommen. Bischof Mixa hatte am 21. April beim Papst seinen Rücktritt eingereicht.

epd