Wildlife gardening, Teil 6: Der Teich

Nach den insgesamt sechs Folgen zum Thema wildlife gardening in diesem Blog können Sie sicher das Mantra jedes Naturgärtners im Schlaf herunterbeten: Ob Insekten, Vögel, Igel oder Fledermäuse, sie alle brauchen geeigneten Lebensraum, Nahrung und Wasser.

Für Letzteres tut es natürlich ein Schüsselchen oder Schälchen, aber ideal ist ein Teich. Denn der bietet nicht nur Flüssigkeit für durstige Insekten, Vögel und Säugetiere, sondern auch eine Heimstatt für Amphibien. Und natürlich Fische, die allerdings kaum von selbst den Weg in das Gartengewässer finden. Und wenn doch, hat sie meist schon der Reiher vor einem entdeckt. Aber Frösche, Kröten, Molche, Wasserschnecken, Libellen und Krebschen werden magisch von Teichen angezogen und sorgen für große Artenvielfalt.

Die Experten sind sich also einig: Ein Teich gehört zum Besten, was Sie für einen naturnahen Garten tun können. Auf die Größe kommt es dabei gar nicht so sehr an, sagen die einschlägigen Ratgeber. Wichtig ist, dass das Gewässer(chen) einen sonnigen Platz hat, nicht zu nah an Bäumen und Büschen liegt, die mit ihren Blättern das Wasser verunreinigen könnten und flach abfallend sind, damit durstige Tiere nicht hineinfallen und ertrinken. Soweit die Theorie.

In der Praxis ist es jedoch so, dass ein größerer Teich besser zu handhaben ist als ein kleiner. Weshalb mir der Schwiegervater bisher vom Anlegen eines Gewässers abgeraten hat, denn viel Platz haben wir wahrlich nicht in unserem Garten. Kleine Teiche verdrecken schneller, sind schnell zugewuchert, müssen bei anhaltender Trockenheit täglich aufgefüllt werden und, falls der Winter hart wird (wie es die letzten beiden Winter waren) und das Wasser bis zum Grund gefriert, werden das die Bewohner nicht überleben. So anschaulich schilderte mir der Schwiegervater den Vorgang, wie er im Frühjahr die Wasserleichen von Fröschen und Molchen aus seinem Teichlein herausfischte, dass ich für eine ganze Weile kuriert war und doch lieber auf einen Tümpel verzichtete.

Aber manchmal muss man auch über seinen Schatten springen und sich gegen Schwiegerväter und die eigene Ekelschwelle hinwegsetzen –ist ja für einen guten Zweck, den naturnahen Garten.

Was Sie beim Teichbau beachten sollten:

  • Lage: Sonnig soll er liegen und fern von Bäumen und Büschen, die mit ihren herabfallenden Blättern das Wasser verunreinigen könnten. Pflanzen sollten jedoch durchaus drumherum stehen, damit Amphibien auch Deckung und ein schattiges Plätzchen haben.
  • Größe: Theoretisch geht vom wasserfesten Blumenkübel bis zum mit Lehm abgedichteten Weiher alles (Folienabdeckungen, Teichbecken aus Plastik, alte Wannen, anything goes). Möglichst drei Zonen sollte der Teich haben: Die Ränder bzw. die Uferzone sollte flach und langsam abfallend sein, sodass sie als Tränke dienen und Erde für Pflanzen halten kann. Einige Pflanzen und Tiere brauchen etwas tieferes Wasser, die zweite Stufe sollte deshalb 20 bis 50 Zentimeter tief sein. Ideal ist, wenn der Teich in der Mitte eine Tiefe von mindestens einem Meter hat, sodass Fische darin überwintern können. Das wird in einem Miniteich nicht gehen, aber auch in einem kleinen Kübel sollte ein größerer Stein platziert werden, der bis knapp unter die Wasseroberfläche reicht, auf dem sich Frösche ausruhen können.
  • Bepflanzung: Welche Pflanzen in Ihren Teich passen, hängt stark von dessen Größe ab, am besten individuell beraten lassen. Zu bedenken ist auch, dass viele Wassergewächse stark wuchern. In jedem Fall sollten aber einheimische Pflanzen gewählt werden, denn nur mit diesen können die Tiere, die den Weg in unsere Gärten finden, etwas anfangen. Sauerstoffgenerierende Pflanzen sollten auf jeden Fall hinein, die auch den Algenwuchs unter Kontrolle halten. Achtung: Auch diese nehmen leicht überhand und müssen regelmäßig ausgedünnt werden.
  • Weitere Infos: Der Nabu gibt Tipps für Teich-Neulinge, Hinweise zu einzelnen Pflanzen finden Sie hier, und mein Garten-Guru Alan Titchmarsh hat sich natürlich auch schon ausführlich zum Thema geäußert.