Wildlife gardening, Teil 1: Insekten

Insekten sind vermutlich nicht das Erste, was einem beim Stichwort wildlife gardening in den Sinn kommt. Und doch sind sie die Basis jedes guten naturnahen Gartens. Nicht nur, dass viele Blumen die Miniflieger für ihren Fortbestand brauchen, auch für die Bestäubung vieler Obst- und Gemüsepflanzen sind sie unentbehrlich. Ohne Biene keine Bohne, sozusagen.

Gleichzeitig betätigen sich viele als Schädlingsvernichter und sind damit eine große Hilfe im Garten. Statt etwa im Kampf gegen Blattläuse großflächig Insektizide zum Einsatz zu bringen, sollte lieber den Marienkäfern ein angenehmes Zuhause geschaffen werden. Sie werden sich bedanken, indem sie die kleinen Sauger verspeisen.

Das Prinzip "Fressen und gefressen werden"kommt dem Hobbygärtner bei den Insekten doppelt zugute. Denn Insekten fressen nicht nur, sondern werden auch gefressen. Am liebsten von Vögeln. Eine reichliche Auswahl an Kerbtieren ist der beste Garant für eine vielfältige Vogelschar.

Viele gute Gründe also, die Krabbler und Summer in den Garten bzw. auf den Balkon zu locken. Zumal Schwebfliegen, Hummeln, Honig- und Mauerbienen, Libellen, Maikäfer, Grabwespen, Grashüpfer und wie sie alle heißen, von Natur aus nicht aggressiv und deshalb für den Menschen harmlos sind.

Was Sie für Insekten tun können:

  • Nahrung anbieten: Über das dramatische Bienensterben ist ja viel geschrieben worden in den letzten Jahren. Und auch Hummeln sind gefährdet. Jedenfalls zum Teil ist die besorgniserregende Entwicklung wohl auf Nahrungsmangel zurückzuführen. Bieten Sie deshalb eine große Auswahl an Blühpflanzen an. Dabei darauf achten, dass nicht alle gleichzeitig blühen, sondern vom Frühjahr bis Spätherbst Nektar verfügbar ist. Ungefüllte Sorten wählen, damit die Insekten freien Zugang zum gedeckten Tisch haben. Bei Insekten beliebt sind zum Beispiel: Traubenhyazinthe, Blutjohannisbeere, Vergissmeinnicht, Tulpen, Maiglöckchen, blühende Kräuter wie Thymian, Brombeere, Lavendel,Mohnblumen, Rosen, Fingerhut, Geißblatt, Sonnenblumen, Echinacea (Sonnenhut), Echinops (und fast alle anderen Distelarten), Rittersporn, Malven, Wicken, Dahlien, Astern, Kosmeen, Klee, Schmetterlingsflieder, Veronica. Eine detailliertere Liste mit Pflanzen speziell für Hummeln finden sie hier (nach Blühzeiten geordnet) und hier (nach Pflanzenarten geordnet)
  • Unterkunft anbieten: Insekten brauchen bei kaltem und nassem Wetter einen Ort, an dem sie Schutz finden, ebenso einen sicheren Nistplatz. Ideal sind Mauerritzen, Holzstapel und –für die Bodenbewohner –an einem sonnigen Platz ein Fleckchen nackter Erde, in das sie ihre Höhlen graben können. Vertrocknete Stängel und Halme bieten ebenso Unterschlupf, also nicht alle Stauden im Herbst ganz runterschneiden. Wenn diese nicht ausreichend vorhanden sind, kann auch ein gekauftes Bienenhotel gute Dienste leisten (gibt es auch für Marienkäfer). Oder man baut selbst eines: Einfach verschieden große Löcher in einen Holzblock bohren, oder kurze Bambusstecken bündeln und in einen Topf stecken. Möglichst an einem sonnigen Platz anbringen.
  • Kein Gift: Insektizide unterscheiden nicht zwischen gut und böse. Sie sind nun einmal dazu erschaffen worden, Insekten zu töten - die Schädlinge ebenso wie die Nützlinge. Auch die potenziellen Helfer werden also ausgeschaltet. Außerdem: Was für Sie ein Schädling sein mag, ist für so manchen Gartenbewohner die Lebensgrundlage (s. Marienkäfer, die sich von Blattläusen ernähren). Weitere unschöne Nebeneffekte: Sie sind in der Regel auch tödlich für Teichbewohner wie Fische und Amphibien. Und wenn Sie Ihre Beeren pflücken oder Vögel besprühte Insekten picken, gelangt das Gift in die Nahrungskette. Deshalb: Hände weg von Pestiziden und Insektiziden!