Eine Glocke auf Wanderschaft

Die Replik der historischen Glocke reist - begleitet von vielen Menschen - auf dem alten Pilgerweg von Berlin nach Bad Wilsnack im Sprengel Prignitz an ihren Bestimmungsort: Die Wunderblutkirche.

Die Wilsnacker Wunderblutkirche war nach einem angeblichen Hostienwunder vom Ende des 14. bis zur Mitte des 16. Jahrhunderts ein Wallfahrtsziel von europäischem Rang. Mit der Reformation beendete der erste evangelische Pfarrer von Wilsnack, Joachim Ellefeld, im Jahr 1552 das Ganze, indem er das Blut auf den angeblichen Wunderbluthostien vor Zeugen verbrannte. Die Wilsnacker Glocke wurde von Kurfürst Albrecht III. in Auftrag gegeben, noch als die Wallfahrten nach Wilsnack auf ihrem Höhepunkt waren. 1471 kam die Glocke in Wilsnack an, wurde aber nie in die Kirche eingebaut. Nach dem Ende der Pilgerfahrten wurde sie nach Cölln, einem Ort im späteren Berlin, gebracht und später dem Geläut des Berliner Doms hinzugefügt. Deshalb kommt nun eine Nachbildung nach Bad Wilsnack, bei einer ganz besonderen "Wallfahrt", bei der Traktoren, Pferde und sogar Boote zum Einsatz kommen.