KDA hilft Quelle-Beschäftigten in schwieriger Phase

KDA hilft Quelle-Beschäftigten in schwieriger Phase
Wenn am Montagmorgen die Arbeitsagentur die Anträge der vielen tausend Quelle-Beschäftigten entgegennimmt, dann wird auch der Kirchliche Dienst in der Arbeitsdienst (KDA) für die Menschen da sein.

Auf jeden Fall soll es in der nächsten Woche eine Trauerandacht geben. Außerdem bemüht sich Seelsorger Norbert Feulner darum, die sogenannte rollende Kirche nach Nürnberg zu holen. Dabei handelt es sich um einen umgebauten Bauwagen, der als Andachtsraum dienen kann und Möglichkeiten zum Gespräch bietet.

Die katholische Betriebsseelsorge wird ihre Mahnglocke mitbringen. Schon am Samstag wird es einen Gottesdienst in Fürth geben, wie Nürnberg ebenfalls von der Quelle-Pleite betroffen. Die Beschäftigten, so Feulner, seien nach wie vor paralysiert, wütend, aggressiv. Die kommende Woche wird für fast alle Beschäftigten die letzte Woche bei Quelle sein, viele räumen gerade ihre Büros aus. "Der Krieg ist verloren", sagte ein Betriebsratsmitglied verbittert zu Seelsorger Feulner.

Für den ab Montag erwarteten Ansturm von Arbeitslosen sieht sich die Nürnberger Arbeitsagentur gerüstet. "Wir haben alles vorbereitet, dass wir ein Mini-Arbeitsamt in den Räumlichkeiten der Quelle einrichten können", sagte der zuständige Geschäftsführer der Regionaldirektion für Arbeit, Klaus Beier. Rund 150 Behördenmitarbeiter aus ganz Bayern seien zusammengezogen worden, um sich um die Anträge der Betroffenen zu kümmern. Auch Psychologen seien im Einsatz. Bislang hätten 850 Quelle-Mitarbeiter ihre Kündigung in der Hand; sie sollen gleich am Montag betreut werden. Am Dienstag und Mittwochvormittag folgen die Mitarbeiter der Versandgruppe Primondo, ab Mittwochmittag die Quelle-Beschäftigten.

Für den Rest von Quelle ist der Ausverkauf gestartet: Auf der Internet-Seite des Fürther Versandhauses wurden am Freitag teils sagenhafte Preisnachlässe angeboten. So soll eine dreiteilige Möbelgarnitur mit Sitzecke, Couchtisch und Anrichte am Freitag nur 55 Euro anstatt 3.200 Euro kosten. "Bei mehr als 10 Bestellungen entscheidet das Los", hieß es.

Viele andere Produkte sind ebenfalls mit Rabatten ausgezeichnet. So kostet ein Damenkleid 27,99 statt 69,99 Euro, eine Herren- Armbanduhr 64,99 statt 129,99 Euro, und eine Waschmaschine gibt es für 499,99 statt 699,99 Euro. Quelle wird abgewickelt, mehrere tausend Mitarbeiter verlieren ihren Job. Mit den Erlösen aus dem Ausverkauf hofft der Insolvenzverwalter diejenigen Beschäftigten bezahlen zu können, die für die Abwicklung noch einige Wochen lang gebraucht werden. Insgesamt sollen 18 Millionen Warenteile verkauft werden.

web/dpa