Rentenversicherung und Paritätischer warnen vor Altersarmut

Rentenversicherung und Paritätischer warnen vor Altersarmut
Die Deutsche Rentenversicherung wie auch der Paritätische Wohlfahrtsverband warnen vor Altersarmut. Die Millionen Arbeitnehmer im Niedriglohnbereich könnten mit ihren Beiträgen notgedrungen nur geringe Rentenansprüche erwerben, sagte der Präsident der Rentenversicherung, Axel Reimann.

Der Mindestlohn könne "hier zum Teil Verbesserungen bringen". Der Paritätische hält allerdings die Höhe des flächendeckenden gesetzlichen Mindestlohns von 8,50 Euro pro Stunde für zu niedrig, der zum 1. Januar 2015 eingeführt werden soll.

"Um eine ausreichende Rente zu erhalten, muss der Stundenlohn deutlich über 13 Euro liegen", sagte der Hauptgeschäftsführer des Verbandes, Ulrich Schneider, der "Passauer Neuen Presse" (Samstagsausgabe). Ohne Vollerwerbstätigkeit reichten auch 13 Euro nicht aus. Rentenversicherungspräsident Reimann räumte in der "Süddeutschen Zeitung" (Samstagsausgabe) ein, auch ein Arbeitnehmer, der auf Dauer auf dem Niveau des Mindestlohns verdient, werde über die soziale Grundsicherung kaum hinauskommen.

Versicherungspflicht für Selbstständige?

Auch viele Solo-Selbstständige, die ein geringes Einkommen haben, sorgten nicht ausreichend fürs Alter vor. Deshalb spreche viel für eine Versicherungspflicht in der gesetzlichen Rentenversicherung für Selbstständige, die nicht anderweitig abgesichert sind. Auch Langzeitarbeitslose, für die keine Rentenversicherungsbeiträge mehr gezahlt werden, könnten im Alter auf staatliche Hilfe angewiesen sein.

Reimann sagte, derzeit erhielten 2,7 Prozent der Menschen über 65 Jahre Grundsicherung. Allerdings werde die Zahl jener Menschen steigen, die von Altersarmut bedroht sind.

Paritätischer-Geschäftsführer Schneider sagte: "Es gibt bereits heute rund 480.000 Menschen, die im Alter von Sozialhilfe leben müssen. Bis zum Jahr 2025 wird sich diese Zahl nach unseren Schätzungen auf deutlich über eine Million erhöhen."

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