Hygieneexperte: Jährlich 40.000 Tote durch Krankenhausinfektionen

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Hygieneexperte: Jährlich 40.000 Tote durch Krankenhausinfektionen
Nach Einschätzung von Gesundheitsexperten sterben in Deutschland doppelt so viele Menschen an Krankenhausinfektionen wie bislang bekannt.

Die Deutsche Gesellschaft für Krankenhaushygiene geht von jährlich 40.000 Todesopfern aus, wie die in Essen erscheinende "Westdeutschen Allgemeinen Zeitung" (Donnerstagsausgabe) berichtet. Rund eine Million Patienten infizierten sich aufgrund mangelnder Hygiene in Kliniken mit Keimen. Die in der Öffentlichkeit gehandelten, halb so hohen Fallzahlen, seien "im Sinne der Krankenhauslobby geschönt und längst überholt", sagte der Vorstand der Gesellschaft, Klaus-Dieter Zastrow, der Zeitung.

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Zastrow forderte stärkere Kontrollen der Krankenhäuser durch die Krankenkassen und Gesundheitsämter. Ein Krankenhaus mit einer Infektionsrate von neun Prozent gehöre ins Internet, "damit der Patient sagt: Da geh' ich lieber mal nicht hin." Hygieneverstöße müssten hart bestraft werden. "Wenn der Krankenhausleiter weiß, dass sich sein Chefchirurg nicht um Hygiene kümmert, muss er ihn feuern", sagt Zastrow. Das gebe das Gesetz her.