Evangelische Frauen stellen Hirntod-Konzept infrage

Evangelische Frauen stellen Hirntod-Konzept infrage
In der Debatte um das Organspende-System dringen die Evangelischen Frauen in Deutschland auf deutliche Veränderungen in der Gesetzgebung und Vergabepraxis.

Eine der Schwächen des Transplantationsgesetzes sieht der Verband darin, dass die Definition des Todes allein der Bundesärztekammer übertragen wird. "Die Medizin kann den Tod feststellen. Definieren kann sie ihn nicht", sagte die Vorsitzende Ilse Falk am Montag in Hannover. Der Verband hat Falk zufolge ein Positionspapier zur Organtransplantation beschlossen.

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In einem Positionspapier schließt sich der Dachverband von 38 Mitgliedsorganisationen mit rund drei Millionen Mitgliedern der Kritik am Hirntod-Konzept an. "Hirntote Menschen sind keine Leichen, sondern Sterbende", sagte Falk. Nach derzeitiger Gesetzeslage definiere die Medizin den Hirntod als Tod, kritisierte die ehemalige CDU-Bundestagsabgeordnete. Wann genau menschliches Leben beginne und ende, sei jedoch eine kulturelle Setzung, auf die eine Gesellschaft sich unter Einbeziehung philosophischer, religiöser oder weltanschaulicher und medizinischer Gesichtspunkte verständige.

Die stellvertretende Verbands-Vorsitzende, Pfarrerin Angelika Weigt-Blätgen, bezeichnete die Gleichsetzung von Hirntod und Tod als fragwürdig. Notwendig sei eine genaue Festlegung, unter welchen Bedingungen die Entnahme von Organen erlaubt sein sollte.