Kloster Loccum enthüllt Gedenktafel für Opfer der Hexenprozesse

Das Kloster Loccum am Steinhuder Meer in Niedersachsen.

Foto: epd-bild/Jens Schulze

Das Kloster Loccum am Steinhuder Meer in Niedersachsen gilt als eines der am besten erhaltene Zisterzienser-Kloster nördlich der Alpen.

Mit einer Gedenktafel will das Kloster Loccum bei Nienburg in Niedersachsen künftig an die Opfer der Hexenprozesse im 16. und 17. Jahrhundert erinnern.

"Wir wollen ein dauerhaftes Andenken für diese Menschen schaffen", sagte Abt Horst Hirschler am Dienstag dem Evangelischen Pressedienst (epd). Die Tafel soll am Samstag an der Außenwand der ehemaligen Frauenkapelle im Torhaus angebracht werden. Auf der Gedenktafel  sind die Namen der 29 Frauen und Männer zu lesen, die von 1581 bis 1660 als Hexen verurteilt und hingerichtet wurden. Die Kapelle diente damals als Schule und Gerichtssaal und war Schauplatz der Prozesse.

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Zugleich wird ein Weg von der Evangelischen Akademie Loccum in den Wald nach Gesche Köllars (um 1620-1660) benannt. "Sie war das letzte Opfer des Hexenwahns im Stiftsbezirk", erläuterte Hirschler. Die Witwe wurde am 2. Juni 1660 enthauptet. Der Weg in den Wald war Hirschler zufolge wahrscheinlich der Weg, auf der sie zur Hinrichtungsstätte gefahren wurde. Eine Emaille-Tafel unter dem Wegweiser soll auf das Schicksal der Frau aufmerksam machen.

Das Kloster Loccum in der Nähe des Steinhuder Meeres wurde 1163 von Zisterzienser-Mönchen gegründet und wechselte um das Jahr 1600 zum evangelisch-lutherischen Glauben. Bis heute gehört es offiziell zum Orden der Zisterzienser und zur "Gemeinschaft Evangelischer Zisterzienser-Erben in Deutschland". Seit etwa 300 Jahren dient es als Predigerseminar für angehende Pastorinnen und Pastoren der hannoverschen Landeskirche und benachbarter evangelischer Kirchen.