Chiles Präsidentin Bachelet will striktes Abtreibungsverbot aufheben

Chiles Präsidentin Bachelet will striktes Abtreibungsverbot aufheben
Präsidentin Michelle Bachelet will das strikte Abtreibungsverbot in Chile aufheben.

Demnach soll nach einer Vergewaltigung oder bei Gefahr für das Leben der Mutter oder wenn der Fötus nicht überlebensfähig ist, ein Abbruch innerhalb der ersten zwölf Wochen der Schwangerschaft zulässig sein. Bei schwangeren Mädchen unter 14 Jahren soll die Frist 18 Wochen betragen. Am Samstag (Ortszeit) kündigte die Sozialistin an, dem Kongress umgehend eine entsprechende Gesetzesinitiative vorzulegen, wie die Tageszeitung "La Tercera" berichtete. "Damit könnten die Frauen entscheiden, ob sie angesichts einer dieser drei extremen Situationen die Schwangerschaft abbrechen oder nicht," sagte Bachelet.

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Nach offiziellen Angaben werden jedes Jahr über 16.000 Frauen allein aufgrund einer für sie lebensbedrohlichen Schwangerschaft von weniger als 23 Wochen ins Krankenhaus eingeliefert. Mindestens 500 Frauen sterben jährlich an den Folgen. "Es ist nicht annehmbar, dass man jene Frauen mit Gefängnis bestraft, die sich in dieser schwierigen Alternativsituation befinden," sagte die Präsidentin.

In Chile sind Abtreibungen grundsätzlich verboten, auch im Falle einer Vergewaltigung oder aus medizinischen Gründen. Der Gesetzesartikel, der Ausnahmen zuließ, wurde 1989 in den letzten Monaten der Pinochet-Diktatur abgeschafft. Seither werden Schwangerschaftsabbrüche mit Gefängnisstrafen geahndet. Nach staatlichen Angaben werden jedoch jährlich rund 150.000 unerlaubte Schwangerschaftsabbrüche vorgenommen. Außer in Chile sind Abtreibungen in Lateinamerika auch in Honduras, Nicaragua, El Salvador, der Dominikanischen Republik und Surinam verboten.