Anglikanische US-Bischöfin nach Verkehrsunfall suspendiert

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Anglikanische US-Bischöfin nach Verkehrsunfall suspendiert
Die anglikanische Bischöfin Heather Elizabeth Cook (58) ist nach Verwicklung in einen tödlichen Verkehrsunfall in Baltimore (US-Bundesstaat Maryland) von ihrer Diözese beurlaubt worden.

Wegen einer möglichen Strafverfolgung habe er die Weihbischöfin mit sofortiger Wirkung vom Amt suspendiert, teilte Bischof Eugene Taylor Sutton von der Diözese Maryland am Montagabend (Ortszeit) mit. Cook hatte am Samstag in Baltimore einen Fahrradfahrer überfahren, der an den Unfallfolgen starb. Die Bischöfin verließ zunächst den Unfallfort, kehrte allerdings den Angaben zufolge nach rund 20 Minuten dorthin zurück.

Diözesanbischof Sutton sprach den Angehörigen des Unfallopfers sein Beileid aus. Er rief die Gläubigen dazu auf, für das Opfer, dessen Familie und Bischöfin Cook "in dieser schwierigen Zeit" zu beten. Im Mai war Cook zur ersten Bischöfin in der Diözese Maryland gewählt worden. Nach ihrer Priesterweihe 1988 hatte sie verschiedene Ämter in der Diözese inne, unter anderem als Domherrin. Keine offizielle Bestätigung gab es bisher für Berichte lokaler Zeitungen, Cook habe 2010 eine Strafe wegen Fahrens unter Alkoholeinfluss zahlen müssen. Eine Anklage wegen des Besitzes von Marihuana wurde diesen Angaben zufolge damals fallengelassen.

Anders als in der anglikanischen Kirche von England, die im Dezember erstmals eine Frau zur Bischöfin berief, steht in der Episkopalkirche der Vereinigten Staaten das Bischofsamt Frauen schon länger offen. Seit 2006 steht Katharine Jefferts Schori als leitende Bischöfin an der Spitze der Kirche mit rund 2,1 Millionen Mitgliedern. Bereits 2001 war sie zur Bischöfin von Nevada geweiht worden.

In Deutschland war im Februar 2010 Margot Käßmann nach einer Autofahrt unter Alkoholeinfluss von allen kirchlichen Leitungsämtern zurückgetreten. Heute wirbt sie im Auftrag der Evangelischen Kirche in Deutschland für das 500. Reformationsjubiläum im Jahr 2017.