Bischof Dröge setzt auf "Kreativität vor Ort" für Reformen

Bischof Dröge setzt auf "Kreativität vor Ort" für Reformen
Das "lebendige Gemeindeleben" und "neue Ideen" sollen durch Reformen ermöglicht werden, nicht behindert, wünscht sich der Berliner Landesbischof Markus Dröge.

Der Berliner evangelische Bischof Markus Dröge hat zu Reformen in seiner Landeskirche aufgerufen. Neue Ideen sollten dabei "kein lebendiges Gemeindeleben zurechtstutzen oder in vorgefertigte Ideen lenken", sagte der Bischof der Evangelischen Kirche Berlin-Brandenburg-schlesische Oberlausitz bei einem kirchlichen Perspektivkongress im ehemaligen Flughafen Tempelhof am Samstag. Zu dem Kongress wurden rund 1.000 Kirchenmitglieder erwartet.

###mehr-artikel###

Große Masterpläne über eine ganze Kirche auszubreiten und dann zu sagen, so soll es gemacht werden, sei "auf Dauer nicht hilfreich", betonte Dröge. Bei der Suche nach Antworten auf Herausforderungen wie sinkende Mitgliederzahlen müsse vor allem auf die "Kreativität vor Ort" gesetzt werden, um Veränderungen herbeizuführen.

"Die Region wird zur Zeit als neuer Gestaltungsraum entdeckt", sagte Dröge. Positive Beispiele dafür seien Fusionen von Gemeinden und Kirchenkreisen, bei denen nach vorhergehenden Gesprächsprozessen Kräfte gebündelt und die Stärken der verschiedenen Beteiligten in den Vordergrund gestellt würden.

Wichtig sei dabei auch, die evangelische Tradition der gesellschaftlichen Beteiligung fortzuführen, sagte Dröge: "Wir sind nicht Kirche für uns selbst, sondern für und mit anderen, wir wirken in die Öffentlichkeit hinein." Glaube sei für die evangelische Kirche nicht Privatsache, sondern öffentliches Anliegen. Deshalb engagiere sich die Kirche auch in der Bildungsarbeit, der Entwicklungshilfe, im sozialen Bereich und weiteren Feldern.

Unter dem Motto "Werktag 2014" sollten am Samstag im Hangar 2 des ehemaligen Flughafens Reformideen für die Zukunft der Landeskirche ausgetauscht werden. Bei der nach Angaben der Landeskirche ersten Veranstaltung dieser Art sollten unter anderem die Themen "Volkskirche", "Vielfalt", "Klimagerechtigkeit", "Kirche in der digitalen Gesellschaft" und "Mitmenschen in prekären Lebenslagen" diskutiert werden. Dazu waren unter dem Motto "Kirche - morgen so!" 80 Gesprächsrunden geplant.