Gemeindemitglieder kritisieren Sparpläne der rheinischen Kirche

Gemeindemitglieder kritisieren Sparpläne der rheinischen Kirche
Die Kirchenbasis hält Einsparungen bei Zukunftinvestitionen für den falschen Weg. Präses Manfred Rekowski betonte in einer Diskussion, die Sparziele einhalten zu wollen.

Die Sparpläne der Evangelischen Kirche im Rheinland sehen nach Ansicht von Gemeindemitgliedern zu starke Einschnitte bei der Bildung vor. Es sei unverhältnismäßig, bei den zehn evangelischen Schulen 4,5 Millionen Euro und damit gut ein Drittel des gesamten Sparvolumens zu kürzen, kritisierten Teilnehmer einer Diskussion mit der rheinischen Kirchenleitung am Montagabend in Bonn. Die Kirche wolle ausgerechnet bei Investitionen in die Zukunft sparen. Bis zum Jahr 2018 sollen die jährlichen Ausgaben der Landeskirche um weitere zwölf Millionen Euro zurückgefahren werden. Präses Manfred Rekowski sagte, die Vorschläge der Kirchenleitung seien nicht alternativlos.

Der leitende Theologe der zweitgrößten deutschen Landeskirche mit 2,7 Millionen Mitgliedern ließ aber keinen Zweifel daran, dass der Sparumfang von zwölf Millionen Euro erreicht werden müsse. "Wir haben in der Vergangenheit über unsere Verhältnisse gelebt", sagte er auf dem ersten von vier Treffen, bei denen die Kirchenleitung bis Ende September ihre Vorschläge an der Kirchenbasis zur Diskussion stellt. Die endgültige Entscheidung über die Einschnitte trifft die nächste Landessynode im Januar.

Im Januar hatte die rheinische Kirche bereits Maßnahmen zur Senkung der Ausgaben um über acht Millionen Euro beschlossen. Zusammen mit dem nun eingeleiteten zweiten Sparschritt sollen die Ausgaben der landeskirchlichen Ebene bis 2018 dauerhaft um 20 Millionen Euro gesenkt werden. Die Gemeinden und Kirchenkreise sind von den Kürzungen nicht direkt betroffen, weil sie über ihre Ausgaben selbst entscheiden.

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