Magaard als Bischof eingeführt - Ministerpräsident Albig bedauert Kirchenaustritte

Gothart Magaard - Kandidat für Bischofswahl in Schleswig

Foto: epd-bild/Nordkirche/Stefan Albre/Stefan Albrecht

Magaard als Bischof eingeführt - Ministerpräsident Albig bedauert Kirchenaustritte
Der Schleswiger Bischof Gothart Magaard ist am Samstag in einem Festgottesdienst in sein Amt eingeführt worden.

Der 58-Jährige war im April von der Landessynode der Nordkirche zum Bischof für den Sprengel Schleswig und Holstein gewählt worden. In dem Bischofsbezirk leben über eine Million evangelische Kirchenmitglieder. Schleswig-Holsteins Ministerpräsident Torsten Albig (SPD) sagte bei der Amtseinführung Magaards, er bedauerte die gestiegene Zahl der Kirchenaustritte in den vergangenen Monaten.

Dabei basiere die jüngste Austrittswelle auf einem Missverständnis. "Nur weil die Kirchensteuer jetzt anders eingezogen werden soll, ändert sich ja nichts an ihrer Höhe", sagte er. Auslöser für viele Austritte in den vergangenen Monaten ist offenbar das von den Banken angekündigte und mit den Kirchen abgestimmte Verfahren, die Kirchensteuer auf Kapitalerträge automatisch an den Fiskus abzuführen.

Der Leitende Bischof der Vereinigten Evangelisch-Lutherischen Kirche Deutschlands (VELKD), Gerhard Ulrich, segnete Magaard vor einigen hundert Gästen im Schleswiger Dom. Ulrich ist auch Landesbischof der Nordkirche.

Ulrich: Magaard kann Menschen begeistern

Ulrich verwies auf besondere Anforderungen, die das Bischofsamt an seine Inhaber stellt. Der Bischof sei die Figur, an der die Menschen ihre Kirche erkennen. Magaard sei einer, "der die Menschen begeistern kann, der die Gaben der anderen wertschätzt, der nicht klein macht". In der Nordkirche amtieren auch die Bischöfe Hans-Jürgen Abromeit (Greifswald), Andreas vom Maltzahn (Schwerin) und Kirsten Fehrs (Hamburg-Lübeck).

In seiner Predigt sagte Magaard, er wolle die Pastoren sowie haupt- und ehrenamtliche Mitarbeiter in ihrem Dienst bestärken. Es müssten Zukunftsperspektiven für das Leben in den ländlichen Räumen und für die kirchliche Arbeit in einer multireligiösen Gesellschaft entwickelt werden. Kirche müsse zudem gemeinsam mit anderen gesellschaftlichen Akteuren die wachsende Armut bekämpfen. Belasteten Kindern müsse ein guter Start ins Leben ermöglicht werden. Flüchtlinge sollten willkommen sein und in Schleswig-Holstein beheimatet werden.

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