Antidiskriminierungsstelle: Gut, dass Gedik Schützenkönig bleibt

Antidiskriminierungsstelle: Gut, dass Gedik Schützenkönig bleibt
Die Antidiskriminierungsstelle des Bundes hat die ausnahmsweise Anerkennung des muslimischen Schützenkönigs Mithat Gedik begrüßt, aber ihre grundsätzliche Kritik an dem katholischen Schützen-Dachverband erneuert.

"Es ist gut, dass Mithat Gedik Schützenkönig bleibt", sagte die Leiterin Christine Lüders am Donnerstag in Berlin dem Evangelischen Pressedienst (epd). Die Drohung einer Aberkennung seines Titels sei überzogen gewesen und habe ein völlig falsches Zeichen gesetzt. Grundsätzlich sollte sich der Bund Historischer Deutscher Schützenbruderschaften (BHDS), "aber schon fragen, wie er mit Vielfalt umgeht".

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Nach einem Krisengespräch hatte der Dachverband BHDS mit Sitz in Leverkusen am Mittwoch bekanntgegeben, dass der türkischstämmige Schützenkönig aus Werl-Sönnern seine Schützenkette behalten darf. Über seinen Verein hinaus darf er sein Königsamt jedoch nicht ausüben. Der Verband habe "als Ausdruck von Respekt und Integration gegenüber dem Schützenbruder Mithat Gedik beschlossen, ausnahmsweise keine Einwände gegen seine Königswürde in seiner Bruderschaft zu erheben", hieß es. Zugleich hatte der Verband Kritikern vorgeworfen, sie wollten "Zwangsharmonisierung und geistige Gleichschaltung in Deutschland erzwingen".

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Der Dachverband verwies auf seine katholische Anbindung, die auch in der Satzung festgelegt ist. Danach dürfen in den Mitgliedsvereinen ausschließlich Christen aufgenommen werden. Die Kritik am katholischen Schützen-Dachverband war in den vergangenen Tagen nicht abgerissen. Der 33-Jährige in Deutschland geborene Gedik gilt als voll integriert, er ist mit einer Katholikin verheiratet ist und hat vier katholisch getaufte Kinder. Sein Schützenverein hatte sich in der Debatte von Anfang an hinter ihn gestellt.