Bildergalerien

Der Schatz der Bienen

Floris Claesz van Dijk, 1613: Stillleben mit Früchten, Nüssen und KäseBienensterben

Am 7. September begeht die Arbeitsgemeinschaft Christlicher Kirchen (ACK) den Tag der Schöpfung. Das Motto 2018 lautet: "Von meinen Früchten sollt ihr leben." Bischof Karl-Heinz Wiesemann (Speyer), Vorsitzender der ACK in Deutschland, hat in diesem Zusammenhang daruf hingewiesen, dass die Vielfalt von Früchten und natürlichen Ressourcen massiv bedroht ist: "Wir sind dazu aufgerufen, Gottes Auftrag zur Pflege der Schöpfung gerecht zu werden und konkret zu handeln."

 

Eine große Gefahr für diese Vielfalt ist das durch den Menschen verursachte Bienensterben. Bienen sind durch Bestäuben mitverantwortlich für die Produktion von circa einem Drittel unserer Nahrung. Um dies zu verdeutlichen, hat die Fotografin Nina Kopp alte niederländische Stillleben nachgestellt und fotografiert - und zwar so, wie sie aussehen würden, gäbe es keine Bienen mehr. Diese Versionen sind hier den Originalen gegenübergestellt.

Mitverantwortlich für ein Drittel unserer Nahrung

Das 16. und 17. Jahrhundert war das "Goldene Zeitalter" der Niederlande, eine Periode, die gekennzeichnet war von Wohlstand und Überfluss (sehr vergleichbar mit der heutigen Zeit). Die Stillleben, die hier zu sehen sind, stammen alle aus dieser Phase. Charakteristisch für sie ist eine ausgewogene Komposition in Farbigkeit, Proportionen und Materialien. Die Fotografin Nina Kopp hat diese Gemälde detailgenau nachgestellt - und weggelassen, was es ohne Bienen nicht mehr gäbe. Die neuen Kompositionen verlieren ihre Ausgewogenheit und Farbigkeit - und symboliseren dadurch ein aus der Balance geratendes Ökosystem. Die fehlenden Früchte, Gemüse und Blumen sind separat fotografiert und systematisch arrangiert – entsprechend der systematischen Arbeitsmethode der Bienen im Bienenstock.

 

Die Biene ist mitverantwortlich für die Produktion von circa einem Drittel unserer Nahrung. Ohne die Bestäubung durch Bienen hätten wir zum Beispiel keine Erdbeeren, keine Äpfel, Birnen, Beeren, Pfirsiche oder Spargel. Viele andere Obst- und Gemüsesorten wären verschwunden. Der Wind übernimmt einen Teil der Bestäubung (wie zum Beispiel bei Nüssen und Trauben), die Biene ersetzen kann er jedoch nicht. Chemische Dünger, die in der konventionellen Landwirtschaft eingesetzt werden, haben die Biene geschwächt. Dadurch überleben viele Bienenvölker die Wintermonate nicht mehr und erfrieren. Zudem sind Bienen oft durch Gifte, aber auch durch zunehmende mobile Strahlung desorientiert und finden nicht mehr in den Bienenstock zurück. Zunehmende Monokulturen schränken den Lebensraum der Wildbienen ein. In Teilen von China ist die Biene schon ganz verschwunden; die Bestäubung wird durch den Mensch übernommen –  mit magerem Resultat.

 

Das Projekt "Schatz der Biene" will zeigen, was in einer Welt ohne Bienen fehlt. Ohne die Biene - ein schwer arbeitendes Kleinlebewesen, dessen Beitrag zu unserer Ernährung oft übersehen wird - wäre unser Nahrungsmittelangebot geringer, weniger farbenfroh und weniger geschmackreich.

 

Diese Bildergalerie wurde erstmals am 22.7.2014 auf evangelisch.de veröffentlicht.

Nina Kopp (Fotos)