Als die Nazis die Geistlichen holten

Der evangelische Pfarrer Heinrich Grüber überlebte das Konzentrationslager Dachau.

Foto: Bundesarchiv/Bild 183-26539-0001/Wlocka / CC-BY-SA 3.0

Propst Heinrich Grüber beim CDU-Parteitag 1954 in Weimar. Er war ein überlebender Widerstandskämpfer des KZ Dachau und war dort Mitglied der Bekennenden Kirche.

Als die Nazis die Geistlichen holten
Zur Zeit des Zweiten Weltkrieges hat es im Konzentrationslager Dachau eine Baracke gegeben, in der Geistliche inhaftiert waren, der sogenannte "Pfarrerblock". Unter den Inhaftierten befanden sich auch evangelische Pfarrer, die Widerstand gegen die nationalsozialistische Diktatur leisteten. Heute befindet sich auf dem Gelände der KZ-Gedenkstätte die evangelische Versöhnungskirche. Sie ist Ort der Erinnerung und der Begegnung.

Paul Richter war nicht nur Pfarrer, sondern auch Widerstandskämpfer gegen den Nationalsozialismus. Als die Gestapo ihn am 10. November 1941 verhaftete, war er zuvor von der Witwe eines verstorbenen Soldaten denunziert worden.

Bereits in den vorangegangenen Jahren hatte Richter sich kritisch gegenüber dem Nationalsozialismus geäußert: Er positionierte sich gegen die Vereinnahmung der Kirche durch die Nationalsozialisten, gleichzeitig stellte er sich gegen das Führerprinzip und die Rassenideologie. Ihm wurden daraufhin ein Predigtverbot, die Suspendierung vom Dienst sowie eine Geldstrafe auferlegt. Schon 1933 notierte er: "Es möchte denen entgegengetreten werden, die uns vorschreiben wollen, nationalsozialistische Weltanschauung zu predigen." Im gleichen Jahr schloss er sich dem Pfarrernotbund an und 1934 der Bekennenden Kirche. Im März 1942 wurde Richter aus dem Dresdener Polizeigefängnis in das Konzentrationslager Dachau überführt. Dort starb er am 13. August 1942 an Unterernährung und Hungertyphus.

Mitgliedsausweis der Bekennenden Kirche aus Berlin-Dahlem 1934 mit der Unterschrift von Martin Niemöller.

Ein ähnliches Schicksal wie Richter teilten manche evangelische und katholische Geistliche unter anderem aus Deutschland, Polen und den Niederlanden. In den Jahren von 1941 bis 1945 waren in Dachau über 2.000 katholische Geistliche gefangen, von denen die große Mehrheit aus Polen stammte, ebenso über 100 evangelische Pfarrer, von ihnen stammten 41 aus Deutschland. "In Polen reichte es aus Geistlicher zu sein, um in ein Konzentrationslager zu kommen", sagt Björn Mensing, Historiker und Pfarrer der Versöhnungskirche in Dachau, die sich heute auf dem Gelände der KZ-Gedenkstätte befindet. Daraus erklärt sich die hohe Anzahl der polnischen Geistlichen, die im KZ inhaftiert waren. In Polen wurden die Geistlichen mit polnischer Muttersprache zur Führungselite des Landes gezählt.

In Deutschland kamen katholische Priester als politische Häftlinge nach Dachau. Viele waren zuvor innerhalb der Zentrumspartei organisiert gewesen. Nach Hitlers Ermächtigungsgesetz im März 1933 löste sich die Partei im Juli 1933 selbst auf, um einer Zerschlagung der Nationalsozialisten zuvorzukommen.

Bildergalerie

Der Pfarrerblock: Evangelischer Widerstand im Konzentrationslager Dachau

Portraitfoto Werner Sylten

Foto: KZ-Gedenkstätte Dachau

Portraitfoto Werner Sylten

Foto: KZ-Gedenkstätte Dachau

Werner Sylten wurde 1893 in der Schweiz geboren und starb 1942 in der NS-Tötungsanstalt Hartheim in Österreich. Zuvor wurde er im Februar 1941 verhaftet und ins KZ Dachau verschleppt. Als Sohn eines vom Juden- zum Christentum konvertierten Chemikers wurde er in Dachau als "halbjüdisch" registriert – aus dem kirchlichen Dienst wurde er bereits 1935/36 aufgrund eines judenfreundlichen Artikels entlassen. Nach seiner Ausweisung aus Thüringen, wo er zuvor tätig war, arbeitete er in Berlin im "Büro Grüber", das er ab 1940 bis zu seiner Verhaftung leitete. In einem Brief aus Dachau schreibt er an seine Frau: "Du hast recht, liebe Brunhilde, in dem Leid dieser Zeit sich dankbar zu erinnern, wie viel Gutes uns doch auch begegnet ist im Leben. Und haben wir das Gute aus Gottes Hand empfangen, sollen wir nicht auch willig das Schwere aus Gottes Hand nehmen, wenn Er es uns schickt? Freilich, wir werden immer darum ringen müssen: unser Herz sehnt sich nach Glück und Frieden und Gemeinschaft desto mehr, je mehr es dessen entbehren muss".

Portraitfoto Ernst Behrendt

Foto: Stephanus Stiftung

Ernst Berendt war seit 1932 Mitglied der NSDAP, verweigerte allerdings konsequent den Hitlergruß und engagierte sich innerhalb der Bekennenden Kirche, später auch für die Freilassung Martin Niemöllers. Bereits in den Jahren zuvor leitete er in Berlin-Weißenberg die Bethabara- und die Beth-Elim-Stiftung für Mädchen und Frauen. Viele der Mädchen und Frauen bewahrte er durch seinen persönlichen Einsatz vor der Euthanasie. Ausschlaggebend für seine Verhaftung 1940 war letztlich die Kritik an einer Frau aus der Gemeinde, die Hitler über Gott stellte. Im KZ Dachau war er als Seelsorger für andere Gefangene tätig, bevor er 1942 an Entkräftung und Herzschwäche starb.

St. Matthäus und Matthias zu Schnellroda

Foto: Jwaller/CC BY-SA 3.0 /Wikimedia Commons

Helmut Augustin, Pfarrer unter anderem in Ströhmthal bei Leipzig, war in den Jahren zwischen 1942 und 1945 im Pfarrerblock des KZ Dachau gefangen. Er gehörte der Bekennenden Kirche an, war im KZ allerdings als Homosexueller registriert. Als Versuchsperson wurden an ihm medizinische Experimente auf der Malariastation durchgeführt. Dazu notiert er: "Ich weiß noch die qualvollen Stunden, als ich durch Malaria-Injektion wochen-, ja monatelang auf dem Krankenbett lag und unsagbare körperliche und seelische Pein erleiden musste." Im Jahre 1950 wechselte er in den Dienst der Kirchenprovinz Sachsen und wurde Pfarrer an St. Matthäus und Matthias zu Schnellroda (Bild) sowie an St. Magnus in Albersroda. Augustin starb im Alter von 40 Jahren.

Portraitfoto Peter Brunner und Gruppenbild aus dem Jahr 1955 mit dem Erzbischof von Canterbury

Foto: CC-BY-SA /Archiv der Evangelischen Kirche im Rheinland/ bpk/Bayerische Staatsbibliothek/Archiv Heinrich Hoffmann

Peter Brunner promovierte in Harvard, 1927 habilitierte er im Fach Systematische Theologie in Gießen und wurde 1930 Studentenseelsorger. 1933 wurde seine Berufung zum Professor zurückgenommen, nachdem er in einem veröffentlichten Vortrag Stellung zum Staat bezog: "Wer den omnipotenten Staat bejaht, sei es unter bolschewistischen, sei es unter faschistischen Vorzeichen, der schließt sich damit aus der christlichen Gemeinde aus." Nachdem er 1935 einige Monate im KZ-Dachau verbracht hatte, war er nach seiner Freilassung in illegalen Ämtern tätig, unter anderem als Dozent der Bekenntnis-Hochschule in Elberfeld.
Das Gruppenbild zeigt Peter Brunner (2.v.r.) am 1. März 1955 in London vor dem Lambeth Palace mit deutschen Theologen beim Erzbischof von Canterbury, Geoffrey Francis Fisher (4.von links). Brunner starb 24. Mai 1981 in Heidelberg.

Portraitfoto Horst Thurmann um 1934

Foto: CC-BY-SA /Archiv der Evangelischen Kirche im Rheinland/012T_0003

In einem seelsorgerlichen Gespräch 1940 erzählte ein Soldat Horst Thurmann von den Massenerschießungen der SS in Polen – als Thurmann diese Informationen kritisch an seine Gemeindemitglieder weitergab, wurde er angezeigt und verhaftet. Die Jahre von 1941 bis 1945 verbrachte er im KZ Dachau.
Ein einmaliges Vorkommnis in der gesamten KZ-Geschichte bestand darin, dass Thurmann 1942 mit seiner Verlobten im Dachauer Standesamt unter Aufsicht der SS die Ehe schließen konnte.

Die Evangelische Marienkirche (links) und das so genannte Propst-Grüber-Haus (rechts) in Berlin und daneben ein Portraitfoto von Heinrich Grüber bei seinen Ausführungen beim Parteitag der CDU in Weimar am 23.9.1954

Foto:ADN-Zentralbild/ Bundesarchiv/Bild 183-24785-0005 / Greiser/CC BY-SA 3.0/Wikimedia Commons und Bundesarchiv, Bild 183-26539-0001 / Wlocka / CC-BY-SA 3.0/Wikimedia Commons/

Heinrich Grüber, ein evangelischer Pfarrer mit mütterlicherseits niederländischer Abstammung, organisierte ab 1936 Hilfsaktionen für Menschen mit jüdischer Herkunft. 1937/38 gründete er die Hilfsstelle der BK für "nichtarische Christen", die unter dem Namen "Büro Grüber" bekannt war und die er leitete. In der darauffolgenden Zeit half er ca. 1.700 Menschen, indem er ihnen zur Auswanderung verhalf. Als er 1940 gegen die begonnenen Judendeportationen protestierte, wurde er selbst verhaftet und daraufhin ins KZ Dachau verschleppt. Dort entließen ihn die Nationalsozialisten 1943 aufgrund schwerer Krankheit, wodurch Grüber die KZ-Haft überlebte. In den Jahren 1945/46 war er Gründungsmitglied der Berliner CDU und zugleich Mitglied der Kirchenleitung von Berlin-Brandenburg. Er setzte sich gegen Ende seines Lebens für die Aussöhnung zwischen Deutschland und Israel ein; die Stadt Berlin verlieh ihm 1970 die Ehrenbürgerschaft. Die Evangelische Marienkirche (links) und das so genannte Propst-Grüber-Haus (rechts), welches Grübers Sitz als Generalbevollmächtigter der EKD bei der DDR-Regierung seit 1949 war.

Portraitfoto Aleksander Falzmann

Evangelical Society of Culture/Ewangelickie Stowarzyszenie Kultury/Estok

Aleksander Falzmann war ein polnischer evangelischer Pfarrer, der nach Ausbruch des Zweiten Weltkrieges von der Gestapo verhaftet wurde. Nach den Gefängnissen Lodz und Zgierz kam er 1940 ins KZ Dachau, zwischenzeitlich wurde er kurz nach Sachsenhausen verlegt. Wieder zurück in Dachau versetzte man ihn in die Strafkompanie; er musste dort Folter und Pfahlhängen als Lagerstrafe ertragen. Falzmann starb 1942 infolge eines Herzinfarkts.

Kirche Sankt Nicolai in Alvesse

Foto: Robin Schulz/Sebman81/CC BY-SA 3.0/commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=11516102

Im Jahr 1938 wurde Pfarrer Hans Buttler wegen staatskritischer Äußerungen denunziert und daraufhin von der Gestapo verhaftet. Auch wenn ihn das Gericht von der Anklage des Verstoßes gegen das Heimtückegesetz freisprach, hielt man ihn wegen "Gefährdung von Sicherheit von Volk und Staat" weiterhin in Haft. Er kam 1942 nach Dachau, wo er 1945 freikam. Die Kirche Sankt Nicolai in Alvesse war die Wirkungsstätte von Hans Buttler von 1937-1959. Dort gibt es einen von seinem Sohn initiierten Gedenkstein.

Portraitfoto Ernst Wilm

Foto: epd-bild/Rainer Raffalski

Ernst Wilm protestierte gegen die NS-Euthanasie, weshalb er 1942 verhaftet und anschließend ins KZ-Dachau gebracht wurde. Von dort wurde er im Januar 1945 entlassen, um Kriegsdienst zu leisten – er kam anschließend bis September 1945 in Kriegsgefangenschaft. In den Nachkriegsjahren war Wilm Mitarbeiter der Synode in Westfalen, 1948 wurde er zum Präses der westfälischen Landeskirche gewählt. Er war von 1957 bis 1973 Mitglied im Rat der EKD und Beauftragter zur Seelsorge an den deutschen Kriegsverbrechern. Er setzte sich für die Versöhnung der europäischen Kirchen und Völker in Ost und West, die Menschenrechte und den Aufbau der westfälischen Kirche nach dem Zweiten Weltkrieg ein.

Eine einheitliche Position gegenüber dem Nationalsozialismus hat es auf evangelischer Seite damals nicht gegeben. Einerseits gründete sich die Kirchenpartei der Deutschen Christen (DC), die versuchten, Protestantismus und Nationalsozialismus miteinander zu vereinen. Dies zeigte der Versuch, den Arierparagraphen in die Kirchenverfassungen zu übernehmen: Christen mit jüdischer Herkunft sollten aus kirchlichen Ämtern ausgeschlossen werden. Die Deutschen Christen gewannen bei den Kirchenwahlen im Juli 1933 große Mehrheiten und stellten mit Ludwig Müller im September 1933 einen nationalsozialistischen Reichsbischof.

Der evangelische Theologe Martin Niemöller 1937. Von 1947 bis 1964 war er der erste hessen-nassauische Kirchenpräsident.

Als Reaktion auf diese Politik gründete sich im gleichen Jahr auf Initiative von Martin Niemöller der Pfarrernotbund, aus dem 1934 die Bekennende Kirche hervorging. Sie stand in Opposition zu den Deutschen Christen, stellte sich gegen deren Lehre und beanspruchte für sich, die einzige rechtmäßige Kirche zu sein. Auf der Bekenntnissynode von Barmen im Mai 1934 verabschiedete sie die Barmer Theologische Erklärung, die den nationalsozialistischen totalitären Staat mit dem christlichen Bekenntnis als unvereinbar und Jesus Christus als die einzige Richtschnur der Kirche erklärte.

Die Situation verschärfte sich nach Ausbruch des Zweiten Weltkriegs. Evangelische Geistliche gerieten ins Visier der Nationalsozialisten, wenn sie der Bekennenden Kirche angehörten. "Jedoch darf hier nicht außer Acht gelassen werden, dass es auch innerhalb der Bekennenden Kirche Anhänger der Nationalsozialisten gab", erklärt Björn Mensing. Das hing damit zusammen, dass sich die Bekennende Kirche zunächst als kirchliche Opposition gegen die Einflussnahme der Deutschen Christen sah, nicht gegen den Nationalsozialismus als ganzen.

Dennoch gab es auch innerhalb der Bekennenden Kirche Widerstandskämpfer, die die nationalsozialistische Ideologie strickt ablehnten. Paul Richter gehörte zu ihnen. Ebenso Heinrich Grüber, ein evangelischer Pfarrer mit niederländischer Abstammung. In den Jahren 1937/38 gründete er in Berlin eine "Hilfsstelle für nichtarische Christen", die auch unter dem Namen "Büro Grüber" bekannt war und die er leitete. Grüber rettete in dieser Zeit mehr als 1.700 Menschen, indem er ihnen zur Auswanderung verhalf. 1940 protestierte er gegen die begonnenen Judendeportationen, woraufhin er selbst von der Gestapo verhaftet und später ins KZ Dachau verschleppt wurde. Die Nationalsozialisten entließen ihn 1943 aufgrund schwerer Krankheit, wodurch Grüber das KZ überlebte. Er gehörte 1945/46 zum Gründungsvorstand der Berliner CDU, wurde zeitgleich Propst und gehörte der Kirchenleitung Berlin-Brandenburg an.

Kirchenrat Björn Mensing von der Versöhnungskirche Dachau.

"Die Besonderheit am KZ Dachau war, dass es das einzige Konzentrationslager war, in dem es einen Pfarrerblock gegeben hat" erklärt Björn Mensing. Ab 1941 gehörte auch eine Kapelle dazu. "Das geschah auf Anordnung Heinrich Himmlers", so Mensing. Der Vatikan hatte gefordert, dass die katholischen Geistlichen im KZ Gottesdienst feiern können, wodurch Himmler die zentrale Zusammenlegung der Geistlichen in einem KZ anordnete. Dabei handelte es sich um ein Zugeständnis der Nationalsozialisten dem Papst gegenüber, das auch für die evangelischen Geistlichen galt. Zu ihren Privilegien gehörten zeitweise auch größere Essensrationen. Diese wurden einige Monate später wieder eingestellt, da die Geistlichen dadurch die Missgunst der SS auf sich zogen. Die Geistlichen waren im Pfarrerblock gesondert von den restlichen Häftlingen untergebracht. Ein Auftreten als Seelsorger für andere Mitgefangenen, wie es zuvor in Teilen geschehen war, war damit nicht mehr möglich. Bis zur Befreiung des KZ 1945 könnten die inhaftierten Geistlichen dort Gottesdienst feiern – stets unter Ausschluss der anderen Gefangenen.

Max Mannheimer (l.) im Jahre 2007, damals 87, war KZ-Überlebender und Vorsitzender der Lagergemeinschaft Dachau und der KZ-Überlebende Ernst Grube (r.) vor der evangelischen Versö†hnungskirche in der KZ-Gedenkstätte Dachau. Ernst Grube spricht beim Gedenkgottesdienst für die Opfer der Novemberpogrome vor 80 Jahren am 18. November 2018, der ab 10 Uhr live vom Deutschlandfunk übertragen wird.

Heute befindet sich auf dem Gelände der KZ-Gedenkstätte die evangelische Versöhnungskirche. Sie wurde in den 1960er Jahren auf Initiative von KZ-Überlebenden errichtet. Getragen wird sie von der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD), das Personal stellt die Evangelisch-Lutherische Kirche in Bayern. Dachau ist heute die einzige KZ-Gedenkstätte, auf deren Gelände sich eine evangelische Kirche befindet.

Björn Mensing leitet Führungen durch die Gedenkstätte, gleichzeitig tritt er im Rahmen von Veranstaltungen in den Dialog mit einzelnen KZ-Überlebenden. "Wichtig für unsere Arbeit ist, dass wir nicht nur den evangelischen Häftlingen gedenken, sondern allen, die während der NS-Zeit verfolgt wurden", so Mensing. Dazu gehören auch Kommunisten, Homosexuelle oder die Zeugen Jehovas. "Das ist das mindeste was wir tun können, wenn es die Verantwortung daraus ist, dass die evangelische Kirche in Deutschland als ganzes in der NS-Zeit angesichts der Nazi-Verbrechen der Verfolgung versagt beziehungsweise geschwiegen hat", sagt Mensing. In der Versöhnungskirche findet zudem jeden Sonntag um 11 Uhr ein Gottesdienst statt.

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