"Lifeline"-Kapitän sagte erstmals im Prozess in Valletta aus

Claus-Peter Reisch, der deutsche Kapitän des Rettungsschiffes "Lifeline".

© Roger Azzopardi/AP/dpa

Claus-Peter Reisch, der deutsche Kapitän des Rettungsschiffes "Lifeline".

"Lifeline"-Kapitän sagte erstmals im Prozess in Valletta aus
Gut fünfeinhalb Monate nach Beginn des Prozesses gegen den Kapitän des Dresdner Flüchtlingsrettungsschiffs "Lifeline", Claus-Peter Reisch, ist der Angeklagte vor Gericht in Malta erstmals zu Wort gekommen.

"Ich hatte eineinhalb Stunden Zeit, um meine Sicht der Dinge zu erklären", sagte Reisch nach der Verhandlung im maltesischen Valletta am Dienstag. Er habe ausgesagt, dass er bei der Registrierung des Schiffes keinen Fehler erkennen könne. 

Der 57-jährige Bayer zeigte sich erleichtert, dass der Prozess nun vorankomme, nachdem er zuvor bereits fünfmal "für mehr oder weniger nichts" in die maltesische Hauptstadt gereist sei. Dies sei Zeit- und Geldverschwendung gewesen, erklärte der Kapitän. Die Verhandlung wird demnach am 11. Januar fortgesetzt.

Reisch steht seit dem 2. Juli in Valletta vor Gericht. Ihm wird vorgeworfen, das von der Dresdner Hilfsorganisation "Mission Lifeline" betriebene Schiff fehlerhaft registriert zu haben. Im Falle einer Verurteilung droht Reisch eine Haftstrafe von bis zu einem Jahr.



Die "Lifeline" hatte Anfang Juli mit 234 Flüchtlingen an Bord erst nach tagelanger Irrfahrt im Mittelmeer in Malta anlegen dürfen. Kurz darauf wurde sie beschlagnahmt. Nach Angaben der Hilfsorganisation fuhr das Schiff bei seinen Einsätzen unter niederländischer Flagge. Während die maltesischen Behörden die korrekte Registrierung des Schiffs bezweifeln, kritisierte "Mission Lifeline" wiederholt politische Motive für den Prozess, um das Rettungsschiff am Auslaufen zu hindern.