Kelber: Datenschutz muss Bestandteil des Schulunterrichts werden

Laptop im Unterricht

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Datenschutz muss "sinnvoll in die Lehrpläne eingebunden und selbstverständlicher Bestandteil des Schulunterrichts werden".

Nach dem Hackerangriff auf Hunderte Politiker, Prominente und Journalisten fordert der neue Bundesdatenschutzbeauftragte Ulrich Kelber (SPD) mehr Aufklärung in Schulen.

Datenschutz müsse "sinnvoll in die Lehrpläne eingebunden und selbstverständlicher Bestandteil des Schulunterrichts werden", sagte Kelber den Zeitungen der Funke Mediengruppe (Samstag). So könne man das Thema in einem Fachbereich ansiedeln, der auch lebensnahe Fragen zu Wirtschaft oder Gesundheit behandelt. Lehrer müssten entsprechend fortgebildet und die Schulen mit geeignetem Lehrmaterial ausgestattet werden.

Kelber appellierte zugleich an Eltern, "Schritt zu halten mit der Digitalisierung". Sie sollten sich mit den digitalen Themen der Kinder beschäftigen und diese zu einem verantwortungsvollen Umgang erziehen.

Politikern empfahl der Diplom-Informatiker, gewissenhafter mit Daten und Dokumenten im Internet umzugehen. "Wenn man eine bestimmte Funktion erreicht hat in einer Partei, dann verfügt man über hoch sensible Kontaktdaten dritter Personen", betonte Kelber. Aus diesem Grund würde er auch nie Messenger-Dienste wie WhatsApp benutzen, "wo man für die volle Funktionalität seinen gesamten Kontaktordner anbieten muss", erklärte der frühere Justizstaatssekretär.

Nach der massenhaften Veröffentlichung privater Daten von rund 1.000 Politikern und Prominenten hatte die Polizei einen 20-jährigen Schüler aus Hessen festgenommen. Die Daten wie Telefonnummern, Anschriften, Kreditkartendaten, Bildaufnahmen und persönliche Mitteilungen soll der Beschuldigte im Dezember 2018 unter Nutzung von Twitter-Accounts verbreitet haben. Neben ausgespähten Daten soll der Beschuldigte den Behörden zufolge auch persönliche Daten von Politikern, Journalisten und von Personen des öffentlichen Lebens aus öffentlich zugänglichen Quellen gesammelt haben.