Pfarrer verteidigt umstrittene Palästinenser-Ausstellung

Michael Blume

Foto: Marijan Murat/dpa

Der Antisemitismus-Beauftragte der baden-württembergischen Landesregierung, Michael Blume, kritisiert den Streit in Bad Boll.

Die evangelische Kirchengemeinde im baden-württembergischen Heiningen bei Göppingen hält an ihrem Vorhaben fest, die umstrittene Palästinenser-Ausstellung "Nakba" in ihrer Kirche zu zeigen. Die Schau helfe, die Hintergründe der "im Moment aussichtslosen Situation" im Nahen Osten zu verstehen, sagte Gemeindepfarrer Reinhard Hauff am Donnerstag dem Evangelischen Pressedienst (epd).

Die Ausstellung sorgte in den vergangenen Wochen an mehreren Orten für Kontroversen. Kritiker nannten sie antisemitisch. Erst am Mittwoch war eine ähnlich konzipierte Schau, die in der Kölner Lutherkirche gezeigt werden sollte, abgesagt worden.

Im September hatte "Nakba" im Haus der Katholischen Kirche in Stuttgart und in der Evangelischen Akademie Bad Boll Streit ausgelöst. Die Deutsch-Israelische Gesellschaft nannte sie "antisemitisch". Der Antisemitismus-Beauftragte der baden-württembergischen Landesregierung, Michael Blume, kritisierte ihre Einseitigkeit.



Die Heininger Michaelskirche zeigt die Schau "Nakba" ("Katastrophe"), die die Vertreibung von Palästinensern nach der Staatsgründung Israels darstellt, vom 11. bis 21. November im Rahmen einer ökumenischen Friedenswoche. An einem Abend werde man auch an die Reichspogromnacht und die deutsche Schuld gegenüber den Juden erinnern, kündigte Pfarrer Hauff an. "Wir wollen jeder Form von Antisemitismus begegnen." Unterstützt wird die Schau von einem Bündnis christlicher Organisationen.