Steinmeier warnt vor Spirale aus Tabubrüchen und Empörung

 Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier lud zur Diskussionsveranstaltung

Foto: Bernd von Jutrczenka/dpa

Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier lud zur Diskussionsveranstaltung "Forum Bellevue zur Zukunft der Demokratie" im Schloss Bellevue mit (l-r) Andreas Hollstein, Ute Frevert, Cornelia Koppetsch und Bernhard Pörksen.

Steinmeier warnt vor Spirale aus Tabubrüchen und Empörung
Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier hat davor gewarnt, auf Provokationen von Populisten immer wieder mit Empörung zu reagieren. Auf inszenierte Tabubrüche folge oft als Gegenreaktion die moralische Zurechtweisung - "und beides trägt dann zur weiteren Polarisierung bei", sagte Steinmeier am Donnerstag bei einer Diskussionsveranstaltung im Schloss Bellevue in Berlin. Er wolle dazu anregen, diese "Spirale" zu durchbrechen.

Steinmeier rief dazu auf, Hass nicht nur zu beklagen, sondern seine Ursachen auszuleuchten und zu ergründen. "Man sollte annehmen, dass starke Gefühle ihre Gründe haben", sagte Steinmeier.

Gefühle hätten schon immer Menschen in Bewegung gesetzt und seien von politischen Kräften genutzt worden. Heute erlebe man, wie eine vielleicht neue Generation von Populisten Gefühle von Angst und Verunsicherung zu nutzen versuche, um Ressentiments zu schüren und die liberale Demokratie als Ganzes anzugreifen, sagte Steinmeier.



Steinmeier lud in seiner Reihe "Forum Bellevue" Experten zur Diskussion ein. Die Reihe fragt nach Gefahren für die Demokratie und dem Gelingen von Zusammenhalt in einer pluralen Gesellschaft. Am Donnerstag diskutierte Steinmeier mit der Direktorin des Max-Planck-Instituts für Bildungsforschung, Ute Frevert, der Darmstädter Professorin Cornelia Koppetsch, dem Medienwissenschaftler Bernhard Pörksen und dem Bürgermeister der nordrhein-westfälischen Stadt Altena, Andreas Hollstein (CDU), über "Risse und Ressentiments".

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