Bericht: Missbrauchs-Kommission hat zu wenig Geld

Die 2016 vom Bund eingesetzte Unabhängige Kommission zur Aufarbeitung sexuellen Kindesmissbrauchs hat nach einem Bericht des "Spiegels" zu wenig Geld. Sie könne deshalb keine Anmeldungen für vertrauliche Anhörungen von Betroffenen mehr entgegennehmen, schrieb das Nachrichtenmagazin am Wochenende unter Berufung auf einen Zwischenbericht, den die Kommissionsvorsitzende Sabine Andresen am Mittwoch in Berlin vorstellen will.

Zwar reichten die Mittel für die knapp 1.000 Anmeldungen, die das Gremium bislang bekommen habe. "Wir wissen aber schon heute, dass der Bedarf viel höher ist", zitiert "Der Spiegel" die Kommissionsvorsitzende Andresen: "Doch dafür brauchen wir mehr Zeit und mehr finanzielle und personelle Ressourcen."

Die Kommission habe in diesem Jahr mit 1,6 Millionen Euro nur die Hälfte der Mittel bekommen, die sie ursprünglich als notwendig kalkuliert habe, schrieb das Nachrichtenmagazin weiter. Einer in England und Wales eingesetzten Kommission mit ähnlichen Aufgaben stünden pro Jahr umgerechnet 23 Millionen Euro zur Verfügung. Auf der Website der Kommission heißt es: "Für die Arbeit der Kommission steht jährlich ein Budget von 1,4 Millionen Euro aus Mitteln des Bundesministeriums für Familie, Senioren, Frauen und Jugend und des Bundesministeriums der Justiz und für Verbraucherschutz zur Verfügung."



Die magere Ausstattung der deutschen Kommission habe zur Folge, dass Betroffene bis zu ihrer Anhörung schon jetzt ein Jahr warten müssen, heißt es im "Spiegel" weiter. In dem Zwischenbericht empfehle die Kommission "dringend eine gesetzliche Verankerung der Aufarbeitung". Ihre Arbeit müsse auch über März 2019 hinaus gewährleistet sein.